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Kampf um Raqqa : Etappensieg der Anti-IS-Koalition

  • Aktualisiert am

Kämpfer der Syrischen Demokratischen Kräfte im Osten der IS-Hochburg Raqqa. Die Aufnahme stammt von Furat FM, einer syrisch-kurdischen Aktivistengruppe. Bild: AP

Nach monatelangen Kämpfen ist die Anti-IS-Koalition in die Altstadt von Raqqa vorgedrungen. Doch die Rückeroberung der Stadt könnte sich noch lange hinziehen – und das Leben Tausender Zivilisten bedrohen.

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          Die Anti-IS-Koalition hat bei ihrem Sturm auf die IS-Hochburg Raqqa einen Etappensieg errungen. Von den Vereinigten Staaten unterstützte syrische Rebellen sind in die Altstadt Raqqas vorgedrungen. Wie das amerikanische Zentralkommando am Dienstag mitteilte, schlugen Bodeneinheiten der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) zwei Breschen in die Mauer der Altstadt. Dabei habe es starken Widerstand von Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gegeben. Im kasachischen Astana begann derweil eine neue Runde von Friedensgesprächen zum Syrien-Konflikt.

          Der IS nutze die historische Stadtmauer zur Verteidigung und habe bereits bestehende Durchgänge vermint, erklärte das amerikanische Zentralkommando. Mit Hilfe der neuen Durchgänge könnten die Soldaten der Koalition die IS-Kämpfer umgehen und den Rest der Mauer vor der Zerstörung bewahren. Die Breschen in der Stadtmauer seien jeweils rund 25 Meter breit, hieß es in der Stellungnahme der Anti-IS-Koalition. Der amerikanische Koordinator für den Kampf gegen die IS-Miliz, Brett McGurk, erklärte, der Durchbruch durch die Mauer sei ein „wichtiger Meilenstein“ bei der Befreiung der Altstadt.

          Die SDF bestätigten den Etappensieg in einer Mitteilung. Bei heftigen Kämpfen seien 34 Dschihadisten getötet worden. Die Zahl der Opfer auf Seiten der Anti-IS-Koalition wurde nicht genannt. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bezeichnete das Vorrücken als „großen Fortschritt“, weil die Kämpfe nun in die Stadt selbst getragen worden seien.

          Allerdings kontrolliert die IS-Miliz weiterhin 70 Prozent der Stadt, wie die Beobachtungsstelle erklärte. Die echte Schlacht um Raqqa habe begonnen, doch gebe es in der Altstadt viele Zivilisten und Minen. Die größte Herausforderung für die SDF werde es sein, den Zivilisten die Flucht zu ermöglichen, erklärte die Organisation, die der Opposition nahe steht.

          Gespräche über „Deeskalationszonen“ im kasachischen Astana

          Das Washingtoner Institute for the Study of War schätzt, dass sich noch bis zu 100.000 Zivilisten in Raqqa aufhalten. In der Stadt sollen auch noch Tausende IS-Kämpfer sein, die ein Gebiet von mehreren Kilometern Durchmesser kontrollieren. Die Anti-IS-Koalition schätzt, dass noch 2500 Dschihadisten in der nordsyrischen Stadt sind. Die Kämpfe könnten sich noch wochen- wenn nicht monatelang hinziehen.

          Im kasachischen Astana kamen derweil Vertreter Russlands, des Irans und der Türkei zu Gesprächen über „Deeskalationszonen“ zusammen, mit denen ein Ende der Kämpfe vorbereitet werden soll. Russlands Syrien-Gesandter Alexander Lawrentiew sagte, die Grenzen der vier Zonen und die Art und Weise ihrer Überwachung sei noch „in der Diskussion“.

          Neben dem fast vollständig eroberten Mossul im Irak gilt Raqqa am Fluss Euphrat als wichtigste Stadt in den Händen des IS. Sie wird seit 2014 von den sunnitischen Extremisten beherrscht. Im November 2016 hatte der von den Vereinigten Staaten unterstützte Kampf zur Befreiung der Stadt aus den Händen der Terrormiliz begonnen. Das Bündnis wird von den kurdischen Volksschutzeinheiten YPG geführt, ihm gehören aber auch arabische Kämpfer an.

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