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Anti-Corona-Strategie : Vietnams stiller Auftaktsieg über das Virus

Vietnamesische Polizisten in Schutzkleidung vor einem provisorischen Zentrum für Corona-Tests in Hanoi Bild: EPA

Anders als manch reiche Industrienation hat das asiatische Schwellenland die Covid-19-Epidemie bislang eindämmen können. Lässt sich das Erfolgsrezept auch in westlichen Demokratien anwenden?

          3 Min.

          In der Frühphase der Pandemie war ein Musikvideo zu einem Internethit geworden, in dem zum regelmäßigen Händewaschen aufgerufen wurde. „Lass uns die Hände waschen. Reib, reib, reib sie gleichmäßig! Lass die Finger von Augen, Nase, Mund. Und gehe nicht an überfüllte Orte. Bekämpfe Corona, Corona!“, so lautete der Refrain. Das Video stammt aus Vietnam und war von der dortigen Gesundheitsbehörde in Auftrag gegeben worden. Weniger Aufmerksamkeit bekam das Land seither dafür, dass es mit frühen Maßnahmen die Krise relativ gut in den Griff bekommen hat. Während Singapur, Südkorea und Taiwan gelobt werden, wird Vietnams Reaktion auf das Virus kaum gewürdigt. Und das trotz der Hindernisse durch ein geringeres Budget, eine hohe Bevölkerungsdichte und ein weniger entwickeltes Gesundheitssystem.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Schon frühzeitig hatte Vietnam Schulen und Universitäten geschlossen, die Grenzen zu China dichtgemacht, positiv Getestete isoliert und Kontaktpersonen bis ins dritte und vierte Glied ausfindig gemacht. Auf Basis weniger Fälle wurden Hunderte Menschen in Quarantäne gesteckt. Als erstes Land nach China hatte Vietnam eine Gemeinde mit 10.000 Einwohnern komplett abgeriegelt, nachdem dort mehrere Fälle von Covid-19 aufgetreten waren. „In Vietnam sind die Erinnerungen an den Sars-Ausbruch noch frisch. Aus diesem Grund haben sie das, was in China passierte, von Beginn an sehr ernst genommen“, sagt Todd Pollack, ein Fachmann für ansteckende Krankheiten der Harvard Medical School in Hanoi.

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