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Sinkende Impfbereitschaft : Fauci sieht USA in unnötiger Corona-Notlage

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Der Chefberater der amerikanischen Regierung für die Virus-Bekämpfung, Anthony Fauci, am 20. Juli 2021 in Washington Bild: AP

„Wir sind auf dem falschen Kurs“, sagt der Chefberater der amerikanischen Regierung für die Virus-Bekämpfung. Dass viele Bürger sich nicht impfen lassen wollten, sei „sehr frustrierend“.

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          Der Immunologe und Chefberater der amerikanischen Regierung für die Virus-Bekämpfung Anthony Fauci hat vor Rückschritten bei der Corona-Bekämpfung in seinem Land gewarnt. Die Vereinigten Staaten befänden sich gerade in einer „unnötigen Notlage“, sagte er dem Fernsehsender CNN mit Blick auf die steigende Zahl an Neuinfektionen. Es sei problematisch, dass die Hälfte der Bevölkerung noch nicht vollständig geimpft sei.

          Die angespannte Corona-Situation sei auf das Verhalten ungeimpfter Bürgerinnen und Bürger zurückzuführen. Das empfinde er als „sehr frustrierend“, sagte Fauci. Er appellierte an die Bürgerinnen und Bürger, sich impfen zu lassen, und forderte größere Anstrengungen, um jene von der Impfung zu überzeugen, die zweifelten.

          49 Prozent vollständig geimpft

          Mit Blick auf Modellierungen, die einen neuen Höchststand an Corona-Toten vorhersagen, sagte Fauci, es müsse nicht unbedingt ein „Worst case“-Szenario eintreten, aber die Lage sei sicherlich nicht gut. „Wir sind auf dem falschen Kurs.“

          Noch im Frühjahr kamen die Vereinigten Staaten mit ihrer Impfkampagne rasch voran. Doch inzwischen hat sich eine gewisse Impfmüdigkeit eingestellt. 49,1 Prozent der Gesamtbevölkerung waren nach Angaben der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) bis Sonntag vollständig immunisiert – in Deutschland waren laut Robert Koch-Institut (RKI) bis Freitag ebenfalls 49,1 Prozent aller Bürgerinnen und Bürger vollständig geimpft.

          Die Zahl der Neuinfektionen ist in den Vereinigten Staaten durch die Delta-Variante in den vergangenen Wochen angestiegen. Besonders in Bundesstaaten mit niedriger Impfquote ist die Lage angespannt. Landesweit bewegt sich die Zahl der Krankenhauseinweisungen zwar auf einem relativ niedrigen Niveau. Doch dort, wo verhältnismäßig wenige Menschen geimpft sind, steigt sie deutlich schneller wieder an.

          Der amerikanische Präsident Joe Biden hat zuletzt vor einer „Pandemie unter Ungeimpften“ gewarnt. Sich impfen zu lassen, sei das „Patriotischste“, was die Bürger jetzt tun könnten. Er rief die Menschen am Nationalfeiertag, dem 4. Juli, eindringlich dazu auf, sich gegen das Coronavirus immunisieren zu lassen. Einen Grund für die mangelnde Impfbereitschaft sieht die Regierung auch in Falschinformationen in sozialen Medien wie Facebook. „Sie bringen Menschen um“, sagte Biden. Facebook wies den Vorwurf umgehend zurück.

          Wie Fauci äußerte sich auch der Gouverneur von Arkansas, Asa Hutchinson, gegenüber CNN zur jüngsten Entwicklung der Corona-Lage. Er sagte, in bestimmten Bevölkerungsgruppen habe sich der Widerstand gegen das Impfen zuletzt verstärkt. Dieser Widerstand beruhe auf Falschinformationen. Die Impfquote in Arkansas ist eine der niedrigsten in den Vereinigten Staaten.

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