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Anschlagspläne : Polizei nimmt möglichen Komplizen von Wiener Terrorverdächtigem fest

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Die Polizei hatte am Freitag einen Terrorverdächtigen in Wien festgenommen, der im Verdacht steht, einen Anschlag in Wien geplant zu haben. Bild: dpa

Nach der Festnahme eines Terrorverdächtigen in Wien, ist nun ein mutmaßlicher Komplize in Nordrhein-Westfalen festgenommen worden. Der Hinweis dazu soll aus Österreich gekommen sein.

          Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat einen möglichen Komplizen des Terrorverdächtigen von Wien ermittelt. Der Mann wurde am Samstag in Neuss vorläufig festgenommen, wie ein Sprecher des Landeskriminalamtes am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP mitteilte. Der Mann sollte noch am Sonntag einem Haftrichter vorgeführt werden, um möglicherweise Haftbefehl wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat zu erlassen.

          Der Mann sei am Samstag von einem Spezialeinsatzkommando der Polizei festgenommen worden. Er soll einem 17 Jahre alten Terrorverdächtigen in Wien bei den Vorbereitungen für einen Anschlag geholfen haben. Der Tatverdächtige aus Wien habe in Neuss als Gast bei dem Festgenommenen übernachtet, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft in Düsseldorf. „Die Festnahme zeigt, dass die Sicherheitsbehörden gut, schnell und vertrauensvoll bei der Terrorbekämpfung zusammenarbeiten“, sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger. Der Terrorverdächtige in Wien war am Freitagabend festgenommen worden.

          Deutschland sichert Österreich Hilfe zu

          Die Festnahme des mutmaßlichen Terror-Komplizen in Neuss ging nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen auf Informationen österreichischer Sicherheitsbehörden zurück. In solchen Fällen werde Deutschland immer informiert, und dabei würden auch Kontaktpersonen von Festgenommenen mitgeteilt, hieß es am Sonntagabend aus den Kreisen. Demnach erhielt das Bundeskriminalamt (BKA) als zuständige Anlaufstelle nach der Festnahme eines Terrorverdächtigen am Freitag in Wien entsprechende Informationen, die nun nach Neuss führten.

          Deutschland hat der österreichischen Regierung derweil enge Kooperation in dem Fall zugesichert. Bereits am Freitag sei Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) mit seinem österreichischen Kollegen Wolfgang Sobotka in Kontakt gewesen und habe jede Unterstützung angeboten, sagte ein Ministeriumssprecher am Sonntag in Berlin.

          Indizien auf „größeres Rahmenwerk“ um Verdächtigen

          Von Seiten der Bundesanwaltschaft heißt es, dass man nicht vorhabe, die Ermittlungen gegen in Neuss festgenommenen Terrorverdächtigen an sich zu ziehen. Derzeit sei nicht beabsichtigt, die Ermittlungen zu übernehmen, sagte am Sonntagabend ein Sprecher der Behörde in Karlsruhe. Anders wäre es, wenn sich der Verdacht der Mitgliedschaft oder Unterstützung einer Terrorvereinigung bestätigen würde, etwa bei der Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

          Sobotka hatte am Freitag gesagt, bei dem Festgenommenen handele es sich um einen Österreicher mit albanischen Wurzeln. Es gebe „einzelne Indizien“ auf eine islamistische Radikalisierung des jungen Mannes. Zudem gebe es Hinweise darauf, dass ein „größeres Rahmenwerk“ dahinterstehe.

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