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Angriff auf Botschaft? : Selbstmordattentäter töten Polizisten

Der Ort eines Selbstmordanschlags in Tunis am Freitag Bild: AFP

In der Nähe der amerikanischen Botschaft haben zwei Selbstmordattentäter einen Sprengsatz gezündet. Amerikaner sollen das entsprechende Viertel meiden, heißt es von der Botschaft.

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          In Tunis sind bei einem Selbstmordanschlag nach offiziellen Angaben mehrere Personen verletzt worden. Wie das tunesische Innenministerium berichtete, zündeten die beiden „Kamikaze“-Täter, die auf einem Vespa-Motorroller fuhren, ihren Sprengsatz in der Nähe eines Polizeipostens, der den Zugang zur amerikanischen Botschaft schützte. Die beiden Angreifer und ein Polizist seien getötet worden. Zuvor hatte es geheißen, dass fünf Polizisten und ein Zivilist verletzt worden seien.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Die amerikanische Botschaft rief in einer Erklärung ihre Staatsangehörigen dazu auf, das Geschäftsviertel „Lac 2“ in rund zehn Kilometer Entfernung vom Stadtzentrum zu meiden; dort haben weitere Botschaften und internationale Firmen ihren Sitz. Laut Presseberichten wurden zusätzliche Sicherheitskräfte dorthin entsandt.

          Vor acht Jahren hatten anti-amerikanische Demonstranten die Botschaft der Vereinigten Staaten gestürmt und versucht, sie in Brand zu setzen. Dabei kamen vier Menschen ums Leben, mehr als 40 Personen wurden verletzt. Seitdem wurden die Sicherheitsvorkehrungen vor dem festungsartigen Gebäudekomplex noch verstärkt.

          In Tunesien war es zuletzt im vergangenen Juni im Zentrum der Stadt zu zwei Selbstmordattentaten gekommen. Dabei forderte zum ersten Mal seit 2015 hat ein Anschlag in Tunesiens Hauptstadt ein Todesopfer. Wie zuvor schon im Oktober 2018 hatte sich der Selbstmordanschlag einer Frau gegen Sicherheitskräfte gerichtet. In den vergangenen Jahren hat sich die Sicherheitslage in dem nordafrikanischen Land stabilisiert, so dass die ausländischen Gäste wieder zurückkehren.

          Im Juni 2015 hatte ein tunesischer Terrorist im Badeort Sousse 38 Urlauber getötet. Im März 2015 drei Terroristen im Bardo-Nationalmuseum in Tunis 22 Menschen erschossen. Touristen mieden daraufhin längere Zeit das Land. Das verschärfte die Wirtschaftskrise in Tunesien, wo knapp ein Drittel der Bürger keine Arbeit hat.

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