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Anschlag in Nizza : Offenbar mindestens drei Deutsche unter den Opfern

  • Aktualisiert am

Sicherheitskräfte untersuchen am Freitag den Schauplatz des Angriffs an der Promenade des Inglais in Nizza Bild: dpa

Am französischen Nationalfeiertag ist in Nizza ein Lastwagen in eine Menschenmenge gerast. Mindestens 84 Menschen wurden dabei getötet. Der mutmaßliche Täter soll Franzose mit tunesischen Wurzeln sein.

          Bei einem Angriff in Nizza sind am Donnerstagabend mindestens 84 Menschen getötet und zahlreiche verletzt worden.

          Ein Mann, ein 31 Jahre alter Franzose mit tunesischen Wurzeln, raste mit einem weißen Lkw über zwei Kilometer durch eine Menschenmenge an der Promenade des Anglais. Dann wurde er von der Polizei erschossen.

          Die Hintergründe der Tat sind bislang noch nicht klar. Frankreichs Staatspräsident Hollande geht aber von einem Terroranschlag aus.

          Die Polizei durchsucht Berichten zufolge die Wohnung des mutmaßlichen Attentäters.

          Unter den Opfern sind nach unbestätigten Berichten auch mindestens drei Deutsche.

          ***

          84 Tote, mehrere hunderte Verletzte, darunter 18 Schwerverletzte, die zwischen Leben und Tod schweben – so lautet die vorläufige Bilanz des Angriffs an der Promenade des Anglais in Nizza. Der Täter, mutmaßlich ein 31 Jahre alter Franko-Tunesier, so hieß es in französischen Polizeikreisen, wurde von der Polizei erschossen. Er war mit einem Lastwagen zwei Kilometer weit durch die Menschenmenge gerast, die sich auf der berühmten Uferpromenade versammelt hatte, um das Feuerwerk zum Nationalfeiertag zu sehen.

          Augenzeugen beschrieben Szenen des totalen Chaos. „Es war wie beim Bowling. Einer nach dem anderen fiel um“, sagte ein Mann dem Nachrichtensender I-Tele. Eine andere Augenzeugin sagte dem Sender „France Info“, sie sei mit anderen voller Angst geflohen: „Der LKW kam im Zickzack die Straße entlang. Wir rannten in ein Hotel und versteckten uns mit vielen anderen Leuten auf der Toilette.“ Eine weitere Frau sagte dem Sender, sie habe sich mit etwa 200 anderen in einem Restaurant an der Promenade versteckt.

          An dem terroristischen Charakter des Angriffs bestehe kein Zweifel, sagte Präsident Francois Hollande in einer Ansprache an die Nation kurz vor 4 Uhr morgens. „Frankreich ist an einem 14. Juli angegriffen worden, dem Symbol der Freiheit“, sagte Hollande.  Das Land werde den Angriff auf die Freiheit nicht hinnehmen. Frankreich werde seine Werte verteidigen. „Die Menschenrechte werden von den Fanatikern verleugnet“, sagte Hollande. „Ganz Frankreich ist vom islamistischen Terrorismus bedroht.“

          Noch in der Nacht entschied der Präsident, die Notstandsgesetze um drei Monate zu verlängern. Eigentlich hatte die Sonderregelung, die Hausdurchsuchungen ohne richterliche Genehmigung, Hausarrest für Terrorverdächtige und Versammlungsverbote erlaubt, am 26. Juli enden sollen.  Auch ein Ende des Einsatzes der Armee im Krieg gegen den Terror an der Heimatfront steht fortan nicht mehr zur Debatte.

          In der Region um Nizza ist die Terrorwarnstufe ausgerufen worden. Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Hollande zufolge gibt es noch keine Hinweise auf Komplizen. Hollande sagte, die Soldaten der sogenannten Mission Sentinelle würden nicht abgezogen. Um die überlasteten Sicherheitskräfte zu entlasten, ruft Hollande Reserveoffiziere in den Dienst. Das kündigte er in der Nacht an.

          Offenbar mindestens drei Deutsche unter Opfern

          „Die Stadt Nizza ist am Nationalfeiertag vom Terrorismus getroffen worden. Immenser Schmerz, unser Land trauert“, twitterte Premierminister Manuel Valls. Präsident Hollande hat für 9 Uhr einen Sicherheitsrat im Elysée-Palast einberufen.

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