https://www.faz.net/-gpf-9kwf3

Anschlag in Christchurch : „Warum hier, warum wir?“

  • -Aktualisiert am

Verzweifelte Menschen vor der Al-Noor-Moscheen in Christchurch Bild: dpa

Der Terroranschlag trifft Christchurch unvorbereitet und gerade zu der Zeit, als Kinder für das Klima demonstrieren. Unsere Autorin lebt seit Jahren in der Stadt. Der Schrecken am Tag des Anschlags erinnert sie sofort an das Erdbeben vor acht Jahren, als 187 Menschen starben.

          4 Min.

          Es ist die erste Demonstration von Schülern gegen den Klimawandel in Christchurch – einer Stadt, die viele Europäer vor allem als Ziel von Rucksackreisen kennen. Obwohl es an diesem Spätsommertag regnen sollte, scheint um kurz nach 13 Uhr die Sonne. Die zweitgrößte Stadt in Neuseeland erlebt selten politische Proteste. Jetzt sind Hunderte zum Cathedral Square gekommen, wo bis zum verheerenden Erdbeben im Februar 2011 eine stolze Kathedrale stand. Die Stimmung ist aufgekratzt, rebellisch, fast euphorisch. Kinder und Jugendliche halten ihre selbstgemalten Schilder hoch, treten ans Mikrofon, feuern sich mit Sprechchören an – es fühlt sich an wie ein Volksfest.

          Bis 15 Uhr soll die Veranstaltung dauern. Eine Schülerin singt um zwei Uhr noch ein Lied auf der Redner-Bühne, dann ist die Veranstaltung plötzlich ohne weitere Erklärung vorbei – freundliche Ordner bitten die Anwesenden, den Platz zu verlassen. Alles löst sich auf, dann sagt jemand: „Schüsse im Stadtpark.“ Das klingt erst nicht allzu dramatisch und bisher nur wie ein Gerücht. Vor ein paar Wochen hatte die Polizei einen Kriminellen verfolgt, der eine Waffe trug. Viel Gefährliches passiert hier nicht, und der Hagley Park ist mehr als einen Kilometer entfernt.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. Digital – Jubiläumsangebot!

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Bali oder Handy? Auch an Sehnsuchtsorten ist die digitale Versuchung groß.

          Selbstversuch auf Bali : Verflixtes Digitalfasten

          Keine Anrufe, nur ganz wenige Mails, ansonsten nichts als Erholung von der Arbeit. Funktioniert das – vor allem für Freiberufler? Ein Selbstversuch auf Bali soll Antworten liefern.