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Anschlag in Bagdad : Die Rückkehr des IS

Der Ort des Anschlags in Bagdad am Donnerstag Bild: Reuters

Der Anschlag in Bagdad zeigt, dass der Kampf gegen den „Islamischen Staat“ noch nicht beendet ist. Die Partner des Irak müssen dazu beitragen, wollen sie ein Scheitern des Staats verhindern.

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          Zum ersten Mal seit drei Jahren hat ein Selbstmordanschlag die irakische Hauptstadt erschüttert. Der „Islamische Staat“ hat sich der Tat bezichtigt. Der verheerende Anschlag zeigt daher, dass der IS wieder in der Lage ist, in Bagdad gegen Zivilisten zuzuschlagen. Seit seiner Vertreibung im Oktober 2017 aus seinem letzten Nest in Mossul hatte er sich im Untergrund neu organisiert.

          Kleinere Anschläge, die gegen Repräsentanten der Regierung gerichtet waren, sollten das Vertrauen der Menschen in den irakischen Staat untergraben. Der erste große Anschlag in Bagdad dürfte jetzt die ohnehin schwachen staatlichen Institutionen weiter destabilisieren und den politischen Prozess unterlaufen. Denn im Juni wählen die Iraker ein neues Parlament.

          Das Vertrauen der Iraker in ihren Staat, der zu den korruptesten überhaupt zählt, ist ohnehin gering. Daher demonstrieren seit Oktober 2019 nicht nur Jugendliche gegen die Korruption, den Einfluss Irans und ihre Verarmung.

          Der Anschlag von Bagdad enthält an die Partner des Iraks eine doppelte Botschaft: Erstens dürfen sie in ihrem Kampf gegen den IS, der neben Afghanistan und der Sahelzone im Irak seine dritte Front unterhält, nicht nachlassen. Zweitens müssen sie mehr dazu beitragen, um ein Scheitern des irakischen Staats abzuwenden und über Reformen seine Akzeptanz bei den Irakern zu erhöhen.

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

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