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Anschläge von Sri Lanka : Interpol schaltet sich in Ermittlungen ein

  • Aktualisiert am

Sicherheitskräfte am beschädigten Kingsbury Hotel in Colombo Bild: EPA

Bei den Anschlägen am Ostersonntag wurde nach Erkenntnissen des Auswärtigen Amts ein Deutsch-Amerikaner getötet. Die Regierung Sri Lankas hat derweil eine einheimische Islamistengruppe für die Anschläge verantwortlich gemacht und erhält nun internationale Unterstützung bei den Ermittlungen.

          Unter den Todesopfern der Anschläge vom Ostermontag in Sri Lanka befindet sich nach Angaben des Auswärtigen Amtes auch ein deutsch-amerikanischer Doppelstaater. „Soweit bisher bekannt, sind keine weiteren Deutschen unter den Opfern“, erklärte eine Sprecherin am Montag in Berlin: „Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden der zahlreichen Toten. Den Verletzten wünschen wir rasche Genesung.“

          Die internationale Polizeiorganisation Interpol kündigte derweil an, ein Experten-Team nach Sri Lanka zu schicken. Das Team werde auf Ersuchen der sri-lankischen Behörden eingesetzt und solle die Ermittlungen nach der Anschlagsserie unterstützen, hieß es in einer Mitteilung von Interpol am Montag. Es bestehe aus Spezialisten mit Expertise in den Bereichen Tatortuntersuchung, Sprengstoff, Terrorismusbekämpfung und Opferidentifizierung.

          „Informationen zur Identifizierung von Personen, die mit diesen Angriffen in Verbindung stehen, könnten von überall auf der Welt kommen“, sagte Interpol-Generalsekretär Jürgen Stock demnach. Hier erwiesen sich das globale Netzwerk und die Datenbanken der Organisation als unerlässlich. Derzeit werde bereits die Datenbank gestohlener und verloren gegangener Reisedokumente überprüft, um mögliche Verbindungen oder internationale Spuren zu ermitteln.

          Die Regierung auf Sri Lanka hatte nach der Serie von insgesamt acht Anschlägen am Sonntag mit mindestens 290 Toten und um die 500 Verletzten den Notstand ausgerufen. Wie Medien in Sri Lanka am Montag berichteten, sollte dieser am Montag um Mitternacht in Kraft treten. Dies solle Polizei und Armee helfen, die öffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten, hieß es. Unter den Todesopfern sind mindestens 39 ausländische Touristen aus neun Ländern.

          Gleichzeitig machte die Regierung in Colombo erstmals Angaben zum möglichen Hintergrund der Attentatsserie: Danach soll die örtliche islamistische Splittergruppe National Thowheeth Jama'ath (NTJ) Drahtzieher der Anschläge sein. Alle sieben Selbstmordattentäter seien Bürger von Sri Lanka, sagte ein Sprecher des Kabinetts in Colombo. Die Organisation habe jedoch Hilfe eines internationalen Netzwerkes gehabt. Nach Polizeiangaben wurden inzwischen 24 Verdächtige festgenommen, die verhört würden. Es hat allerdings noch keine Gruppierung die Verantwortung für die Explosionen übernommen.

          Die Polizei hat darüber hinaus am Montag an der zentralen Busstation in Colombo zahlreiche Zünder für Bomben entdeckt. Es seien insgesamt 87, sagte ein Polizeisprecher. Sicherheitskräfte fahndeten im ganzen Land nach den Drahtziehern der Anschläge. In Colombo detonierte einem Reuters-Reporter zufolge eine Autobombe, als Fachleute versuchten, den Sprengsatz zu entschärfen. Das Fahrzeug stand ganz in der Nähe einer der Kirchen, die am Sonntag Ziel der Anschläge waren.

          Vorher war bekannt geworden, dass die Attacken von Selbstmordattentätern ausgeführt worden sein sollen. Das hätten Untersuchungen der nahezu gleichzeitigen Explosionen am Sonntagvormittag ergeben. Zu den zwei späteren Explosionen in einem weiteren Hotel und einer Wohngegend in Vororten der Hauptstadt Colombo gab es zunächst keine näheren Angaben. Am Sonntagabend wurde in der Nähe des größten Flughafens der Insel, rund 30 Kilometer von Colombo entfernt, ein Sprengsatz gefunden und entschärft, wie ein Sprecher der Luftwaffe mitteilte.

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