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Anschläge in Pakistan : Kampf um den Flughafen von Karachi

  • Aktualisiert am

Ein bewaffneter Polizist vor Rauchwolken am Flughafen von Karachi Bild: REUTERS

Stundenlang wehrten Sicherheitskräfte sich gegen bewaffnete Angreifer, die sich sich als Polizisten getarnt hatten. Viele Tote gab es auch bei Attentaten an der iranischen Grenze.

          Erneut ist Pakistan am Sonntag von Terrorakten erschüttert worden. Dutzende Menschen kamen ums Leben, viele wurden verletzt. Ziele waren Pilger an der Grenze zu Iran und der Flughafen von Karachi.

          Erst nach einem sechsstündigen Gefecht konnten Sicherheitskräfte einen Angriff schwer bewaffneter Terroristen auf den Flughafen der Hafenstadt Karachi abwehren. Wie ein Armeesprecher am Montagmorgen sagte, wurden alle zehn Angreifer getötet. Insgesamt kamen mindestens 23 Menschen bei der Attacke ums Leben, berichteten pakistanische Beamte. Die 13 anderen Todesopfern seien Sicherheitsleute und Regierungsbeamte gewesen. 22 Menschen wurden verletzt. Flughafenangestellte und Passagiere waren in Sicherheit gebracht worden.

          Schießereien und Explosionen

          Die Terroristen hatten den Flughafen am Sonntagabend angegriffen. Augenzeugen berichteten von heftigen Schießereien auf dem Flughafengelände. Auch mehrere Explosionen seien zu hören gewesen. Nach Militärangaben wurde kein Flugzeug beschädigt. In lokalen Medienberichten hatte es geheißen, drei Maschinen seien in Brand geraten.

          Die Angreifer waren als Polizisten mit gefälschten Personalausweisen auf das Gelände gekommen. Die Attacke richtete sich gegen einen Teil des Flughafens, in dem Privatmaschinen und Frachtflugzeuge abgefertigt werden. Die Extremisten hätten ihren Angriff von drei Seiten aus geführt.

          Terroristen "gut ausgebildet"

          Der Ministerpräsident der Provinz Sindh, Syyed Qaim Ali Shah, erklärte: „Ein solche Attacke hat es nie zuvor in Karachi gegeben. Dies war ein ausgeklügelter Plan der Terroristen. Sie waren gut ausgebildet.“

          Einheiten von Polizei und Militär riegelten das Gebiet ab. Alle Flüge nach Karachi wurden umgeleitet. Zunächst bekannte sich keine Gruppe zu dem Angriff.

          Anschläge auf Schiiten

          In der Nähe der pakistanisch-iranischen Grenze starben bei zwei Selbstmordanschlägen auf schiitische Pilger mindestens 22 Menschen. Dutzende wurden verletzt. Die Pilger seien mit Bussen aus Iran zurückgekehrt, berichtete das pakistanische Onlineportal dawn.com unter Berufung auf Behördenangaben. Es habe sich um koordinierte Selbstmordattentate gehandelt.

          Die Attacke habe sich am späten Sonntagabend ereignet, nachdem die Busse geparkt worden waren. Danach seien Schüsse zu hören gewesen. Zunächst bekannte sich niemand zu der Attacke. In der Vergangenheit waren in diesem Teil Pakistans Schiiten immer wieder Ziel von Anschlägen von sunnitischen Extremisten.

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