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Weitere Anschläge : Israel fürchtet neue Terrorwelle

Nach den neuerlichen Anschlägen in Jerusalem fürchten die Israelis eine Eskalation der Gewalt Bild: AP

Bei zwei kurz aufeinander folgenden Anschlägen sind in Jerusalem drei Israelis getötet worden. Auch in Ranana nördlich von Tel Aviv gab es Attentate. Sie nähren die Angst vor einer Eskalation der Gewalt.

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          Eine neue Welle von Terroranschlägen hat Israel erfasst. Innerhalb weniger Stunden wurden bei zwei Anschlägen in Jerusalem drei Israelis getötet und 20 weitere Personen verletzt. In Ranana nördlich von Tel Aviv wurden zwei Attentate verübt.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Auf der Suche nach möglichen Attentätern sperrte die Polizei zeitweise die wichtigste Autobahn in die Stadt. Der Verkehr staute sich Kilometerlang. Der Jerusalemer Bürgermeister Nir Barkat forderte, eine Ausgangssperre über die arabischen Stadtviertel zu erwägen.

          Der Anschlag auf einen Linienbus im Stadtviertel Armon Hanatziv bedeutete eine weitere Eskalation: Zwei Palästinenser griffen die Fahrgäste mit Messern und einer Schusswaffe an. Bisher waren es Einzeltäter gewesen, die auf Israelis einstachen. Zwei Passagiere kamen in dem Bus ums Leben, 15 wurden verletzt. Die Polizei tötete einen der Attentäter. In der Jerusalemer Innenstadt fuhr ein Palästinenser aus Ostjerusalem mit seinem Auto laut Presseberichten in eine Bushaltestelle. Danach stieg er aus und stach mit einem Messer auf Passanten ein. Ein Israeli wurde getötet. Es gab mehrere Verletzte. In Ranaana wurden bei den beiden Messerattacken insgesamt vier Israelis verwundet. 

          Die Tatsache, dass die beiden Anschläge in Jerusalem fast gleichzeitig stattfanden und in dem Bus zum ersten Mal zwei Attentäter gemeinsam zuschlugen, ließ in Israel die Sorge wachsen, dass es sich nicht nur um spontane Taten von Einzeltätern handeln könnte. Die Hamas und israelische Islamisten hatten in den vergangenen Wochen zwar versucht, die Stimmung aufzuheizen, indem sie Israel vorwarfen, die Jerusalemer Al-Aqsa-Moschee unter ihre Kontrolle bringen zu wollen. Aber die meisten Täter waren bisher junge Palästinenser, die offenbar vor allem durch das Internet radikalisiert worden waren. Viele von ihnen stammen aus dem arabischen Ostteil Jerusalems, wo ihr Leben von Armut und Perspektivlosigkeit geprägt ist.

          Besonders schockierend war am Montag der Messerangriff eines 13 und 15 Jahre Brüderpaares auf gleichalterige Israelis in Jerusalem. Einer der Angreifer wurde erschossen, eines der Opfer wurde lebensgefährlich verletzt. Es war eines von insgesamt vier Attentaten in Jerusalem am Montag. Auffällig ist auch der große Anteil von Attentäterinnen.

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