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Erzwungene Landung in Minsk : Anklage gegen belarussische Beamte in den Vereinigten Staaten

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Der belarussische Dissident Roman Protassewitsch im Juni 2021 in Minsk Bild: dpa

Im Mai vergangenen Jahres hatte Belarus ein Passagierflugzeug zur Landung in Minsk gezwungen. Grund soll eine Bombendrohung gewesen sein. Es ging jedoch nur um die Verhaftung eines Regimekritikers, sagt die Staatsanwaltschaft in New York.

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          Acht Monate nach der erzwungenen Landung eines Flugzeugs der Gesellschaft Ryanair mit dem Blogger Roman Protassewitsch an Bord in Minsk werden vier belarussische Regierungsvertreter in den Vereinigten Staaten angeklagt. Die New Yorker Staatsanwaltschaft teilte am Donnerstag mit, den Beschuldigten werde wegen der Umleitung von Ryanair-Flug 4978 im vergangenen Mai „Verschwörung zur Luftpiraterie“ vorgeworfen, worauf als Höchststrafe lebenslange Haft stehe. Ziel der Tat sei die Festnahme des belarussischen Regierungskritikers Protassewitsch gewesen. Die Vereinigten Staaten würden mit ausländischen Partnern zusammenarbeiten, um die Angeklagten vor Gericht zu bringen.

          Die Beschuldigten hielten sich weiterhin in Belarus auf, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Bei ihnen handele es sich um den Generaldirektor des für die Flugsicherung zuständigen Staatsunternehmens Belaeronavigatsia, um dessen Stellvertreter sowie um zwei Mitarbeiter der belarussischen Sicherheitsdienste. Unter den Passagieren seien auch vier amerikanische Staatsbürger gewesen.

          Die Behörden in Belarus hatten im Mai vergangenen Jahres ein Ryanair-Passagierflugzeug auf dem Weg von Athen nach Vilnius mit einem Kampfflugzeug zur Zwischenlandung in Minsk gezwungen. Die erzwungene Landung war mit einer Bombendrohung begründet worden. Auch diese fingierte Bombendrohung ging nach Überzeugung der New Yorker Staatsanwaltschaft auf die Angeklagten zurück.

          Unter den mehr als 100 Passagieren an Bord waren der Blogger Roman Protassewitsch, Mitgründer des oppositionellen Telegram-Kanals Nexta, und seine Freundin Sofia Sapega. Beide wurden nach der Landung verhaftet. Die EU, Großbritannien und die Vereinigten Staaten verhängten daraufhin weitere Sanktionen gegen die ehemalige Sowjetrepublik.

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