https://www.faz.net/-gpf-865nl

Ankaras Anti-Terror-Kampf : Zwischen PKK und IS

Die Gründe für Erdogans riskanten Kurswechsel in der Kurdenpolitik sind durchsichtig. Für den Westen beginnt nun eine Gratwanderung. Denn er braucht die PKK-nahen syrischen Kurden im Krieg gegen den „Islamischen Staat“.

          Der türkische Präsident Tayyip Erdogan setzt aufs Spiel, was er über viele Jahre aufgebaut hat. Denn mit seinem Kurswechsel um 180 Grad in der Kurdenpolitik ruft er die Geister wach, welche die Türkei vor einem Vierteljahrhundert terrorisiert hatten. Es ist das eine, die Verhandlungen mit der PKK (die stattfanden, obwohl sie als Terrororganisation eingestuft ist) zu beenden. Es ist aber etwas anderes, die gesamte politische Bewegung der Kurden unter Terrorverdacht zu stellen.

          Erdogans Spiel ist durchsichtig: In Neuwahlen will er die kurdische HDP unter die Sperrklausel drücken, so dass seine AKP weiter allein regieren und die Korruptionsermittlungen gegen seinen Sohn Bilal und Vertraute blockieren kann. Unbestritten ist, dass die Türkei im Kampf gegen den Terror der PKK Unterstützung von ihren Partnern erwarten darf.

          Dabei schien der Terror der PKK – dank Erdogans Politik – Vergangenheit geworden zu sein. Für den Westen beginnt nun eine Gratwanderung: Er muss der Türkei im Kampf gegen die PKK helfen, er braucht aber die PKK-nahen syrischen Kurden im Krieg gegen den IS.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Finanzminister zurückgetreten

          Argentinien : Finanzminister zurückgetreten

          Inmitten wirtschaftlicher Turbulenzen gibt Finanzminister Nicolás Dujovne sein Amt auf. Im Rücktrittsschreiben spricht er von der Notwendigkeit „erheblicher Erneuerung“.

          Scholz lässt seine Pläne offen Video-Seite öffnen

          Bewerbung auf SPD-Vorsitz : Scholz lässt seine Pläne offen

          „Ganz klar ist, wir müssen in Deutschland vorankommen mit unserem Land. Wir müssen dafür sorgen, dass der Zusammenhalt besser wird“, sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz nach Bekanntwerden seiner Kandidatur für die SPD-Spitze.

          Topmeldungen

          Gletscher Okjökull : Das Eis verlässt Island

          Die Gletscherschmelze ist ein eindrückliches Merkmal der Klimaerwärmung: Der einstige Gletscher Okjökull auf Island ist heute keiner mehr. Die isländische Ministerpräsidentin appelliert an die Weltgemeinschaft.
          Finanzminister Olaf Scholz hat sich gegen das von Wirtschaftsminister Peter Altmaier vorgelegte Konzept zur vollständigen Abschaffung des Solis ausgesprochen.

          Finanzminister : Scholz gegen komplette Soli-Abschaffung

          Finanzminister Olaf Scholz kritisiert das von Wirtschaftsminister Altmaier vorgelegte Konzept zur vollständigen Soli-Abschaffung als „Steuersenkung für Millionäre“. Der SPD-Politiker möchte vorerst nur 90 Prozent der Steuerzahler entlasten.
          Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden, warnt die Parteien davor, eine Koalition mit der AfD einzugehen.

          Zentralrat der Juden : „AfD schürt Klima auch gegen Juden“

          Zentralratspräsident Josef Schuster warnt: Die AfD sei enger mit dem Rechtsextremismus verwoben, als sie es nach außen darstellt. Im Vorfeld der Wahlen in Sachsen und Brandenburg hält Schuster einen dringlichen Appell an alle Parteien.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.