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Ankaras Anti-Terror-Kampf : Zwischen PKK und IS

Die Gründe für Erdogans riskanten Kurswechsel in der Kurdenpolitik sind durchsichtig. Für den Westen beginnt nun eine Gratwanderung. Denn er braucht die PKK-nahen syrischen Kurden im Krieg gegen den „Islamischen Staat“.

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          Der türkische Präsident Tayyip Erdogan setzt aufs Spiel, was er über viele Jahre aufgebaut hat. Denn mit seinem Kurswechsel um 180 Grad in der Kurdenpolitik ruft er die Geister wach, welche die Türkei vor einem Vierteljahrhundert terrorisiert hatten. Es ist das eine, die Verhandlungen mit der PKK (die stattfanden, obwohl sie als Terrororganisation eingestuft ist) zu beenden. Es ist aber etwas anderes, die gesamte politische Bewegung der Kurden unter Terrorverdacht zu stellen.

          Erdogans Spiel ist durchsichtig: In Neuwahlen will er die kurdische HDP unter die Sperrklausel drücken, so dass seine AKP weiter allein regieren und die Korruptionsermittlungen gegen seinen Sohn Bilal und Vertraute blockieren kann. Unbestritten ist, dass die Türkei im Kampf gegen den Terror der PKK Unterstützung von ihren Partnern erwarten darf.

          Dabei schien der Terror der PKK – dank Erdogans Politik – Vergangenheit geworden zu sein. Für den Westen beginnt nun eine Gratwanderung: Er muss der Türkei im Kampf gegen die PKK helfen, er braucht aber die PKK-nahen syrischen Kurden im Krieg gegen den IS.

          Kampf dem Terror? : Türkei kündigt Friedensprozess mit Kurden auf

          Rainer Hermann
          Redakteur in der Politik.

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