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Ankara : Linksextremisten bezichtigen sich des Botschaftsanschlags

  • Aktualisiert am

Anschlag auf die amerikanische Botschaft in Ankara Bild: reuters

Die linksextreme Gruppe Revolutionäre Volksbefreiungsfront (DHKP-C) hat sich des Anschlags auf die amerikanische Botschaft in der türkischen Hauptstadt Ankara bezichtigt.

          Die linksextreme Gruppe Revolutionäre Volksbefreiungsfront (DHKP-C) hat sich des Anschlags auf die amerikanische Botschaft in der türkischen Hauptstadt Ankara bezichtigt. Auf ihrer Internetseite Halkin Sesi (Stimme des Volkes) veröffentlichte sie am Wochenende zwei Fotos des Attentäters und brandmarkte Amerika als „Mörder der Welt“. Der Selbstmordattentäter soll Berichten nach aus Deutschland in die Türkei eingereist sein.

          Die DHKP-C forderte Amerika auf, „die Türkei, die uns gehört, zu verlassen“. Die Gruppe drohte zugleich mit weiteren Anschlägen auf amerikanische Einrichtungen. Zuvor hatte bereits die türkische Regierung die Gruppe für den Anschlag auf die amerikanische Botschaft verantwortlich gemacht. Die DHKP-C wird von den Vereinigten Staaten und der EU als terroristische Vereinigung eingestuft.

          „Schwere Krankheit“ nach Hungerstreik

          Der Attentäter hatte sich am Freitag vor der Botschaft in die Luft gesprengt und einen Wachmann mit in den Tod gerissen. Nach Behördenangaben trug er eine Handgranate und etwa sechs Kilogramm TNT bei sich. Drei Personen wurden verletzt, darunter eine Journalistin schwer.

          Die Behörden hatten den Attentäter zunächst als Ecevit Alisan Sanli identifiziert, im Bekennerschreiben der DHKP-C wurde er Alisan Sanli genannt. Türkischen Berichten nach soll es sich um einen früheren Hungerstreikaktivisten gehandelt haben, der wegen seiner Aktionen an einer schweren Krankheit litt.

          Wie türkische Medien weiter berichteten, soll Sanli nach seiner Haftentlassung 2001 untergetaucht sein. Er soll sich dann in Deutschland aufgehalten haben, unklar waren aber Zeit und Dauer seines Aufenthalts. Wie es in den Berichten hieß, soll der Anschlag auf die Botschaft möglicherweise von Deutschland aus geplant worden sein.

          Deutschland lehnte Asylantrag ab

          Wie die „Süddeutsche Zeitung“ in ihrer Montagsausgabe berichtet, bat der Mann 2001 in Deutschland um politisches Asyl. Dies sei ihm verwehrt worden, weil er „kein Opfer politischer Verfolgung“ gewesen sei, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Sicherheitsexperten. Den deutschen Behörden seien seine Verbindungen zur DHKP-C bekannt gewesen.

          Der Sender SWR berichtete, der Mann sei vor mehr als einem Jahr in Nordrhein-Westfalen als Asylbewerber abgelehnt worden. In dieser Zeit soll das Bundeskriminalamt wegen seiner Verbindungen zur DHKP-C ermittelt haben, wie der Sender aus Sicherheitskreisen zitierte. Die für ein Verfahren zuständige Generalbundesanwaltschaft wollte sich gegenüber dem SWR nicht äußern, da die Identität des Mannes noch nicht geklärt sei. Der türkische Innenminister Muammer Güler bestätigte, dass der Attentäter nach seiner Freilassung aus der Haft die Türkei verlassen habe. Er sei kürzlich mit falschen Papieren zurückgekehrt.

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