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Sturm aufs Kapitol : Denn sie wollen Trump glauben

  • -Aktualisiert am

Fernsehtaugliche Aufarbeitung: Anhörung des Untersuchungsauschusses am 16. Juni Bild: AP

Der Untersuchungsausschuss liefert packendes Fernsehen. Wer will, kann sehen, wie Trump den Wählerwillen beugen wollte. Doch wer will das sehen?

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          Der Untersuchungsausschuss zum Sturm auf das Kapitol hat nicht nur akribisch aufgearbeitet, was Donald Trump nach seiner Niederlage 2020 mit welchen Komplizen unternommen hat, um den Wählerwillen zu unterlaufen. Nicht minder minutiös haben die Abgeordneten das Drehbuch ausgearbeitet, mit dem sie ihre Erkenntnisse in Anhörungen einem Millionenpublikum darlegen. Das ist packendes Fernsehen. Doch für wen?

          Sieben Jahre nach Beginn des Trumpismus mutet die Hoffnung weltfremd an, dass eine noch so spannende und schlüssige Beweisführung viele der Abermillionen Amerikaner zum Umdenken bringen könnte, die Trump bisher die Treue halten.

          Der Benzinpreis ist erstmal wichtiger als die Demokratie

          Erstens nehmen die meisten das Politspektakel nicht zur Kenntnis – die Masse interessiert sich für Washington nicht halb so sehr wie etwa für die Rekordpreise an den Zapfsäulen. Zweitens haben die Republikaner-Führung und rechte Meinungsmacher die Aufarbeitung konsequent als parteiliches Manöver der Demokraten delegitimiert. Drittens und vor allem: Viele von Trumps Wählern wollen ihm einfach glauben. Hörten sie damit auf, so liefe das auf ein Eingeständnis heraus, dass all die Jahre doch die anderen recht hatten.

          Der Ausschuss hat deshalb letztlich wohl nur einen Zuschauer im Sinn: Justizminister Merrick Garland. Für ihn wird es immer schwieriger, Trump nicht anzuklagen.

          Andreas Ross
          Verantwortlicher Redakteur für Nachrichten und Politik Online.

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