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Angriff auf PKK : Türkische Soldaten dringen in Nordirak ein

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Auf dem türkischen Militärflughafen Van wird eine Zeremonie zu Ehren der 16 getöteten Soldaten vorbereitet. Bild: AP

Der Konflikt der Türkei mit der Kurdischen Arbeiterpartei weitet sich aus. Türkische Bodentruppen haben Kämpfer der PKK in den Nordirak verfolgt. Bei Anschlägen waren zuvor türkische Soldaten und Polizisten getötet worden.

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          Nach dem Anschlag kurdischer Rebellen auf türkische Sicherheitskräfte am Sonntag hat Ankara Bodentruppen in den Nordirak geschickt. Zwei Bataillone einer Spezialeinheit hätten zwei Rebellengruppen der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in dem bergigen Gebiet verfolgt, berichtete die Nachrichtenagentur Dogan am Dienstag. Ein Militärsprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP, es handele sich um einen „kurzen Einsatz“.

          Laut Dogan wurden die Bodentruppen aus der Luft von Kampfjets unterstützt. Die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu hatte zuvor berichtet, bei Luftangriffen auf PKK-Stellungen im Nordirak seien am Dienstag „35 bis 40 Terroristen“ getötet worden. Die Regierung bezeichnet die PKK-Kämpfer grundsätzlich als Terroristen.

          Die jüngste Eskalation der Gewalt hatte am Sonntag begonnen: PKK-Rebellen verübten im südtürkischen Daglica in der Nähe der irakischen Grenze einen Bombenanschlag auf einen Militärkonvoi. Nach Militärangaben wurden 16 Soldaten getötet und sechs weitere verletzt. Es war der mit Abstand folgenschwerste PKK-Angriff seit Mai 1993, als 33 unbewaffnete Soldaten getötet worden waren.

          Als Reaktion auf die Kämpfe bombardierten mehr als 50 türkische Kampfflugzeuge am Montagabend Stellungen der PKK im Nordirak. An den Luftangriffen seien 35 Kampfjets des Typs F-16 und 18 des Typs F-4 beteiligt gewesen, hieß es.

          Laut Anadolu sollen bei den Luftangriffen mindestens 35 Mitglieder der PKK ums Leben gekommen sein. Die Angaben ließen sich aber nicht unabhängig verifizieren. Die kurdische Nachrichtenagentur Firat bestätigte die Luftangriffe, nannte aber keine Opferzahlen.

          Am Dienstag wurden der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge zwölf türkische Polizisten bei einem Bombenanschlag getötet. Der Angriff ereignete sich in Igdir nahe der Grenze zu Armenien.

          Die PKK hat Einrichtungen in den Kandil-Bergen im Nordirak. Nach den Anschlägen auf die Provinz Hakkari hatte der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu versprochen, er wolle die Region „von Terroristen säubern“.

          Jüngsten Berichten zufolge sollen auch Zivilisten in der Osttürkei ins Kreuzfeuer geraten sein. Demnach wurden am Montag in Cizre ein 18-Jähriger und ein zehnjähriges Mädchen getötet. Weitere Menschen wurden verletzt.

          Die Türkei ist seit 1984 in einen bewaffneten Konflikt mit der PKK verwickelt. Ein zwei Jahre andauernder Waffenstillstand war im Juli aufgekündigt worden. Seitdem wurden mehr als 150 Menschen in der Türkei sowie eine unbekannte Zahl im Nordirak getötet.

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