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Angriff an Militärstützpunkt : Amerika weist 21 saudische Militärschüler aus

  • Aktualisiert am

Der amerikanische Justizminister William Barr Bild: EPA

Im Dezember erschoss ein saudischer Militärschüler drei amerikanische Soldaten. Im Zuge der Untersuchungen fanden die Ermittler bei einigen Offiziersanwärtern dschihadistisches Material und Kinderpornographie.

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          Nach dem tödlichen Schusswaffenangriff auf einem amerikanischen Militärstützpunkt in Florida weisen die Vereinigten Staaten 21 saudische Militärschüler aus. Im Zuge der Ermittlungen zu der Attacke seien bei ihnen dschihadistisches Material und Kinderpornographie gefunden worden, erklärte Justizminister Bill Barr am Montag. Die Vorwürfe seien zwar nicht ausreichend für eine strafrechtliche Verfolgung. Saudi-Arabien habe aber entschieden, dass das Verhalten bei angehenden Offiziere unangebracht sei.

          „Die 21 Offiziersanwärter wurden aus ihrem Trainingsprogramm bei den US-Streitkräften ausgeschrieben und werden heute nach Saudi-Arabien zurückkehren“, erklärte Barr weiter. In keinem der Fälle geht es um eine Unterstützung der Attacke vom 6. Dezember oder um ein Wissen über die Pläne des Täters.

          „Kontakte zu Kinderpornografie“

          Ein saudischer Militärschüler hatte im Dezember auf dem Marinefliegerstützpunkt in Pensacola im Bundesstaat Florida in einem Unterrichtsgebäude das Feuer eröffnet. Er erschoss drei amerikanische Militärs, bevor er bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet wurde. „Das war ein Terrorangriff“, sagte Justizminister Barr am Montag. Der Angreifer sei von „dschihadistischer Ideologie“ angetrieben gewesen.

          Im Zuge der Ermittlungen wurden in sozialen Medien bei 17 saudischen Militärschülern, die in den Vereinigten Staaten ausgebildet wurden, „dschihadistische oder anti-amerikanische Inhalte“ gefunden, wie Barr ausführte. Es habe aber keinen Hinweis auf eine Zugehörigkeit zu oder Mitwirkung an terroristischen Gruppen oder Aktivitäten gegeben.

          Bei insgesamt 15 Militärschülern wurden „Kontakte zu Kinderpornografie“ ausgemacht, wie Barr erklärte. Während einer der Militärschüler eine Vielzahl solcher Bilder hatte, waren es bei den anderen jeweils nur eins oder zwei.

          Das amerikanische Verteidigungsministerium hatte nach dem Angriff die praktische Ausbildung von Militärs aus Saudi-Arabien ausgesetzt. Die Vereinigten Staaten und Saudi-Arabien arbeiten militärisch eng zusammen. In den Vereinigten Staaten werden jährlich hunderte saudischer Militärs ausgebildet.

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