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Angolas Präsident Dos Santos : Der leise Autokrat

José Eduardo dos Santos Bild: dpa

Im Wahlkampf trat José Eduardo dos Santos als Vater der Nation auf, zurückhaltend und milde. Nach gut 32 Jahren an der Macht hat sich der angolanische Präsident erstmals vom Volk bestätigen lassen. Gleichwohl wird dem reichen Autokraten Amtsmüdigkeit nachgesagt.

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          Ganz Angola war im Fußballfieber der Afrikameisterschaft im eigenen Land, als Präsident José Eduardo dos Santos vor zwei Jahren die neue Verfassung verabschieden ließ, die ihm nun einen Doppelsieg beschert: Seine Partei, die MPLA, hat die Parlamentswahlen der vergangenen Woche laut vorläufigen Ergebnissen hoch gewonnen. Und der Verfassungsänderung sei Dank wird Spitzenkandidat Dos Santos damit automatisch für fünf weitere Jahre zum Staats- und Regierungschef.

          David Klaubert

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Ohne sich direkt einer Wahl zu stellen, hat sich Dos Santos so erstmals vom Volk bestätigen lassen - nach gut 32 Jahren an der Macht. Neben Teodoro Obiang aus Äquatorialguinea steht er ganz oben auf der Liste der Langzeitherrscher Afrikas. Und je nachdem, ob man Obiangs Putsch gegen den eigenen Onkel oder die etwas später erfolgte Kür zum Präsidenten nimmt, ist Dos Santos tatsächlich der dienstälteste Herrscher des Kontinents. Und einer der reichsten dazu.

          Angola : Regierungspartei erringt klaren Wahlsieg

          Der „Genosse Präsident“, wie sich Dos Santos gerne nennen lässt, regiert mit einer Clique aus Verwandten, Generälen und dem ehemaligen Chef der staatlichen Erdölfirma Sonangol. Die Grenzen zwischen Politik und Privatgeschäften sind fließend und undurchsichtig wie das Rohöl, das Milliarden in die Kassen spült. Die Präsidentenfamilie ist an Mobilfunk- und Medienunternehmen, Banken, Diamanten- und Ölfirmen beteiligt. Tochter Isabel gilt als eine der reichsten Frauen Afrikas, während die Mehrheit der Angolaner noch immer in bitterer Armut leben.

          Im Gegensatz zu anderen Autokraten stellt Dos Santos seinen Reichtum nicht zur Schau. Überhaupt meidet er öffentliche Auftritte, Interviews gibt er fast nie. Im Wahlkampf trat er als Vater der Nation auf, zurückhaltend und milde. Nur seine dezenten Anzüge legte er ab. Um sich ein jüngeres Image zu verpassen, zog er knallige Hemden an, in Rot, Gelb und Schwarz, den Farben der MPLA - die praktischerweise auch die Nationalfarben Angolas sind.

          „32 ist zu viel“

          Der marxistischen Befreiungsbewegung hatte sich Dos Santos, Sohn eines Maurers, mit 19 Jahren angeschlossen. In der Sowjetunion wurde er zum Erdölingenieur ausgebildet. Vier Jahre nach der Unabhängigkeit von Portugal wurde er 1979 Partei- und Staatschef. Er führte einen erbitterten Krieg gegen die Kämpfer der Unita. Erst nach drei Jahrzehnten kam es 2002 zum Friedensschluss.

          Seinen Ruf als „Architekt des Friedens“ nutzte Dos Santos seither ebenso wie die Angst der Bevölkerung vor einem Wiederaufflammen des Krieges. Widerstand gegen sein Regime musste er deshalb lange nicht fürchten. Seit 2011 aber protestiert vor allem die junge Generation in Luanda. „32 ist zu viel“ lautet ihr Motto. Polizei und Geheimdienste reagieren mit Verhaftungen und Gewalt.

          Inzwischen wird Dos Santos, obwohl er mit 70 Jahren unter den afrikanischen Autokraten zu den jüngeren zählt, Amtsmüdigkeit nachgesagt. Seine nun beginnende Amtsperiode, so heißt es, will er nutzen, um die Macht zu übergeben - an Manuel Vicente, den früheren Sonangol-Chef, einen der wichtigsten Vertrauten der Dos-Santos-Führungsclique.

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