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Merkel und Russland : Zorn und Schmerz

Angela Merkel im Mai im Bundestag Bild: dpa

Die Kanzlerin fühlt sich Russland nahe. Aber Angela Merkel sieht auch klar, dass Putin Deutschland schwächen und spalten will – mit allen Mitteln. Kürzlich hat sie das im Bundestag überraschend deutlich gemacht. Was tun?

          7 Min.

          Fritz Felgentreu kann sich noch gut erinnern. An einem Tag im Mai 2015 rief ihn ein Mitarbeiter in seinem Bundestagsbüro aufgeregt zu sich an den Computer. Der SPD-Abgeordnete konnte auf dem Bildschirm mit ansehen, wie Dateien, die er und seine Mitarbeiter auf dem Computer gespeichert hatten, wie von Geisterhand verschwanden. Eine nach der anderen. „Das war unglaublich“, sagt Felgentreu. Was der Sozialdemokrat damals erlebte, war die Folge des bisher größten Hackerangriffs auf den Deutschen Bundestag. Über Monate hatten sich die Gegner im Netzwerk des Parlaments aufgehalten, sich des Hauptservers bemächtigt und sich Zugang zu den Daten aller Abgeordneten verschafft.

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Eine dieser Abgeordneten ist Angela Merkel. Zwei E-Mail-Postfächer ihres Abgeordnetenbüros räumten die Angreifer aus. Dass sie bei der Bundeskanzlerin schnüffelten, ist wohl kein Zufall. Keine geheime Kommunikation, aber doch irgendetwas Brauchbares lässt sich immer finden, bei ihr genauso wie bei Felgentreu, der sich als Verteidigungspolitiker mit Russland beschäftigt. Schließlich werden im Bundestag weitreichende politische Entscheidungen gefällt. Und wenn noch etwas über private Verbindungen abfällt, dann wissen Geheimdienste auch das zu nutzen. Solche wie die GRU, der militärische Geheimdienst Russlands, der nach Überzeugung der deutschen Sicherheitsbehörden hinter dem Angriff steht.

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