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Beziehung zu Iran : Merkel zeigt Verständnis für Israels harte Haltung

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält eine Rede, nachdem sie im Rahmen einer Verleihungszeremonie im Israel-Museum in Jerusalem die Ehrendoktorwürde der Philosophie der Haifa-Universität erhalten hat. Merkel ist für die deutsch-israelischen Regierungskonsultationen zu Besuch in Israel. Bild: dpa

Kanzlerin Merkel sagt, sie sei einer Meinung mit Israels Regierung, dass alles getan werden müsse „um die nukleare Bewaffnung Irans zu verhindern“. Gleichzeitig gebe es Dissens über das Atomabkommen.

          Bei ihrem Besuch in Jerusalem hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Verständnis für die harte Haltung Israels gegenüber dem Iran gezeigt. Sie sei mit der israelischen Regierung einer Meinung, dass alles getan werden müsse, „um die nukleare Bewaffnung des Iran zu verhindern“, sagte Merkel am Donnerstag bei einer Diskussionsveranstaltung mit Studierenden in Jerusalem. „Ich bin sehr sehr überzeugt, dass das eine wirklich reale Gefahr auch für Israel ist.“

          Unterschiedliche Auffassungen gebe es aber nach wie vor in der Frage des Atomabkommens mit dem Iran, an dem Deutschland anders als Israel festhalten will. „Das ist naturgemäß ein Gegenstand weiterer Diskussion mit dem Premierminister Netanjahu“, sagte die Kanzlerin. Dabei müsse genau überlegt werden, ob das Atomabkommen mit dem Iran nicht ein guter Weg sei, „um für eine bestimmte Zeit die nukleare Weiterentwicklung zu verhindern“.

          Merkel verwies darauf, dass die Bedrohung Israels durch die militärische Verwicklung des Iran in den Krieg im Nachbarland Syrien „noch größer geworden“ sei. „Der Gedanke, dass iranische Truppen zum Teil direkt hinter den Golanhöhen stehen, ist natürlich schon eine Bedrohung“, sagte sie.

          Die rechtsgerichtete Regierung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu lehnt das internationale Atomabkommen mit dem Iran entschieden ab. Sie argumentiert, dass der Islamischen Republik, einer erklärten Israel-Gegnerin, zu viele Zugeständnisse gemacht würden.

          Netanjahu steht hinter dem vom amerikanischen Präsidenten Donald Trump erklärten Rückzug der Vereinigten Staaten aus dem Atomabkommen und empfiehlt den Europäern ein ähnliches Vorgehen. Das 2015 in Wien geschlossene Abkommen sieht vor, dass die Weltmächte im Gegenzug für deutliche Einschnitte beim iranischen Atomprogramm ihre Strafmaßnahmen schrittweise aufheben.

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