https://www.faz.net/-gpf-949xe

EU-Afrika-Gipfel : Merkel will gegen Sklaverei und Schlepper kämpfen

  • Aktualisiert am

Angela Merkel am Mittwoch in Abidjan bei ihrem Treffen mit dem Präsidenten der Elfenbeinküste Alassane Ouattara Bild: dpa

Vor dem Beginn des EU-Afrika-Gipfels hat Bundeskanzlerin Angela Merkel eine stärkere Unterstützung Afrikas im Kampf gegen illegale Migration zugesagt. Europa und Afrika hätten ein gemeinsames Interesse daran, diese zu beenden.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich empört über Berichte eines Sklavenhandels in Libyen geäußert und den gemeinsamen Kampf der EU und Afrikas gegen illegale Migration gefordert. „Dieses Thema spielt jetzt hier auf dem afrikanischen Kontinent, man kann sagen, wirklich flächendeckend eine Rolle, weil es Berichte darüber gibt, dass afrikanische junge Männer wie Sklaven verkauft werden in Libyen“, sagte Merkel am Mittwoch in Abidjan vor Beginn des EU-Afrika-Gipfels. Das Thema habe eine hohe emotionale Bedeutung für die Afrikaner. „Daraus ergibt sich auch ein gemeinsames Interesse daran, die illegale Migration zu beenden.“

          Es müssten legale Möglichkeiten für Afrikaner geschaffen werden, in der EU eine Ausbildung zu bekommen oder zu studieren. Man müsse verhindern, dass Menschen „auf schrecklichste Weise entweder in Lagern in Libyen sind oder sogar gehandelt werden“, fügte Merkel hinzu. Auf dem fünften EU-Afrika-Gipfel in der Elfenbeinküste kommen mehrere Dutzend Regierungs- und Staatschefs beider Kontinente zusammen. Gegen Mittag wollten bei dem zweitägigen mehr als 50 Staats- und Regierungschefs aus der EU und Afrika über bessere Perspektiven für die rasant wachsende Bevölkerung auf dem Kontinent beraten. Deutschland und die EU erhoffen sich auch eine Eindämmung der Migration in Richtung Europa, wenn es in den Herkunftsstaaten bessere Lebensbedingungen gibt.

          Mit Blick auf das Gastgeberland würdigte Merkel „eine sehr erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung“. Allerdings sei der Wohlstand in der Elfenbeinküste noch sehr ungleich verteilt. Nachdem es jahrelang keine Entwicklungshilfe gegeben habe, werde Deutschland vor diesem Hintergrund die Elfenbeinküste verstärkt unterstützen.

          Für die politische Führung des Landes spiele eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für die verarbeitende Industrie eine zentrale Rolle, sagte Merkel und verwies auf die Produktion von Kakao. Präsident Ouattara habe an diesem für das Land wichtigen Produkt klargemacht, „dass Verarbeitung in seinem Land viel zu wenig stattfindet“.

          Weitere Themen

          Das Orakel der Madame Dionkong

          FAZ Plus Artikel: Senegal : Das Orakel der Madame Dionkong

          Senegal ist der muslimische Musterstaat in Westafrika, tolerant, weltoffen und trotzdem fest in seinen Traditionen verwurzelt – ein Land, in dem für monumentale Moscheen ebenso Platz ist wie für animistische Dorfkönige.

          Kurz versichert Stabilität – aber bleibt er Kanzler? Video-Seite öffnen

          Regierungskrise in Österreich : Kurz versichert Stabilität – aber bleibt er Kanzler?

          Alle Minister der FPÖ waren im Zuge der Ibiza-Video-Affäre aus der Koalition mit Kurz' ÖVP ausgetreten; die für sie nachgerückten Experten wurden nun von Präsident Alexander Van der Bellen in ihre Ämter eingeführt. Dennoch versichert Kurz, dass die Regierungsstabilität keinesfalls gefährdet sei.

          Kurz regiert mit Interimskabinett weiter Video-Seite öffnen

          Neue Minister wurden vereidigt : Kurz regiert mit Interimskabinett weiter

          Im Zuge des Video-Skandals um den FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache und des Austretens der rechtspopulistischen Partei aus der Regierung, vereidigte Van der Bellen die neuen Minister für das Innen-, Außen-, Verteidigungs-, Verkehrs- und Sozialressort.

          Topmeldungen

          Wer drehte das Ibiza-Video? : Ein Wiener Anwalt und seine Mandanten

          Das heimlich aufgenommene Video, dass die FPÖ-Politiker Strache und Gudenus die Karriere kostete und Österreichs Regierung zu Fall brachte, läuft inzwischen unter dem Rubrum „Ibiza-Gate“. Die Hinweise auf Mittelsmänner verdichten sich.
          Durch die Druschba-Pipeline fließt zur Zeit kein Öl.

          Versorgung stockt : Lieferstopp für russisches Öl trifft Ostdeutschland

          Seit vier Wochen erreicht kein russisches Öl mehr die deutschen Raffinerien. In Berlin wurde nun sogar das Flugbenzin knapp. Immer mehr drängt sich die Frage auf, wer für den Schaden aufkommt.
          Wolfgang Schäuble kritisiert den Drang nach „immer perfekteren Regelungen“ auch beim Bundesverfassungsgericht

          FAZ Plus Artikel: 70 Jahre Grundgesetz : Mehr Freiraum!

          Das Grundgesetz wurde als Fundament für einen freiheitlichen, handlungsfähigen Staat geschaffen. Diesen Gedanken sollten wir wieder stärker freilegen, statt uns weiter einzumauern hinter immer neuen Regelungen, die noch detailliertere nach sich ziehen. Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.