https://www.faz.net/-gpf-9vccz

Slowakischer Journalist : Angeklagter gesteht Mord an Jan Kuciak

  • Aktualisiert am

Miroslav M., Angeklagter im Mordfall Jan Kuciak, im Dezember in Pezinok Bild: Reuters

Überraschend hat der Angeklagte im Mordfall Jan Kuciak ein Geständnis abgelegt. Bisher hatte er seine Schuld bestritten. Der slowakische Investigativjournalist und seine Verlobte waren vor rund zwei Jahren erschossen worden.

          1 Min.

          Rund zwei Jahre nach dem Mord an dem slowakischen Investigativ-Journalisten Jan Kuciak und seiner Verlobten hat der mutmaßliche Todesschütze überraschend die Tat zugegeben. Bisher hatte der Angeklagte Miroslav M. seine Schuld bestritten. Ihm wird vorgeworfen, die beiden 27 Jahre alten Opfer durch Schüsse in Kopf und Brust getötet zu haben. Am Montag legte er nun nach Verlesung der Anklageschrift ein Geständnis ab. Außer M. sind ein Mittäter, der mutmaßliche Auftraggeber Marian Kocner sowie eine Frau angeklagt, die den Kontakt organisiert haben soll.

          Kuciak und Martina Kusnirova waren am 21. Februar 2018 in ihrem Haus im westslowakischen Dorf Velka Maca erschossen worden. Kuciak hatte zuvor über die Verfilzung von Politik und Geschäftemacherei recherchiert. Seine erst nach dem Doppelmord veröffentlichte Reportage über mögliche Verbindungen italienischer Mafia-Clans zu slowakischen Regierungsmitarbeitern löste Massendemonstrationen gegen Korruption und den Missbrauch von EU-Fördergeldern aus. Daraufhin traten Langzeit-Regierungschef Robert Fico sowie mehrere Minister und der Polizeipräsident zurück.

          In Pezinok bei Bratislava begann am Montag die eigentliche Hauptverhandlung. Am 19. Dezember hatte das dort angesiedelte Spezialgericht für organisierte Kriminalität in einer Vorverhandlung zunächst formell die Anklage akzeptiert. Die Verteidiger hatten damals versucht, eine Verschiebung des Prozessbeginns wegen angeblicher formaler Fehler in der Anklageschrift zu erwirken.

          Weitere Themen

          Regionalwahlen in Katalonien auf Mai verschoben

          Wegen Corona : Regionalwahlen in Katalonien auf Mai verschoben

          Mitte Februar könnten in Katalonien die Intensivstationen überfüllt sein. Daher werden die Regionalwahlen verschoben. Das macht aus dem populären Salvador Illa einen Gesundheitsminister auf Abruf.

          Die Macht der Delegierten

          FAZ Plus Artikel: CDU vor der Wahl : Die Macht der Delegierten

          Otto Wulff ist der älteste Delegierte auf dem digitalen CDU-Parteitag, Lilli Fischer die jüngste. Mehr als sechzig Jahre Parteigeschichte liegen zwischen ihnen. Jetzt wählt die Partei eine neue Spitze und sie schreiben das nächste Kapitel.

          Topmeldungen

          Das CDU-Logo

          Vor dem CDU-Parteitag : Unionskanzlerkandidat erst nach Ostern?

          Kurz vor dem CDU-Parteitag haben sich führende Unionspolitiker dafür ausgesprochen, die Entscheidung über die Kanzlerkandidatur erst nach den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz am 14. März zu fällen.
          Pfizer verringert kurzfristig die Lieferungen von Impfstoff seines deutschen Kooperationspartners Biontech an Deutschland und weitere europäische Staaten.

          Dämpfer für Biontech : Mögliche Nebenwirkungen des Impfstoffs

          Tote nach Impfungen: Norwegens Gesundheitsbehörde stuft die Zahl der Vorfälle als „nicht alarmierend“ ein. Währenddessen verringert Pfizer kurzfristig die Lieferungen des Impfstoffs an Deutschland.
          Erst Dax-Aufsteiger, dann tiefgefallen: der Finanzdienstleister Wirecard.

          Untersuchungsausschuss : Wirecards großes Blendwerk

          Trotz kritischer Presseberichterstattung, späten Zweifel der Commerzbank und einem Anruf von Finanzstaatssekretär Jürgen Kukies: Selbst als der Zahlungsabwickler zusammenbrach, glaubte man in Berlin noch an einen gesunden Kern.
          Nur wenige Passanten sind in der Dubliner Innenstadt unterwegs. Das öffentliche Leben ist dort zunächst bis Ende Januar weitgehend heruntergefahren worden.

          Corona in Irland : Die Katastrophe nach den Feiertagen

          Die Weihnachtsfeiertage feierten die Iren vergleichsweise entspannt – nun hat das Land hat derzeit die höchste Infektionsrate der Welt. Nach Ansicht der Regierung hat die Virus-Variante aus Großbritannien einen „erheblichen Einfluss“

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.