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Terrorgruppe Eta : Die Angehörigen verzeihen nicht

Sie besiegeln die Auflösung der Eta: Teilnehmer einer Konferenz am Freitag im französischen Cambo-les-Bains Bild: Getty

Die Terrorgruppe Eta hat sich aufgelöst. Eine wirkliche Entschuldigung für ihre Morde gab sie nicht ab. Hinterbliebene kämpfen nun gegen das Vergessen.

          7 Min.

          Josu Puelles Bruder war das letzte Eta-Opfer im Baskenland: Der Polizist war 49 Jahre alt, als am Morgen des 19. Juni 2009 eine Bombe unter seinem Dienstwagen explodierte; er verbrannte bei lebendigem Leib. Puelles kämpft seit dem Mord darum, die Opfer des Konflikts nicht zu vergessen, dessen Ende am Freitag eine „Friedenskonferenz“ im südwestfranzösischen Badeort Cambo-les-Bains besiegelte. Die Bilder, die das Fernsehen am Freitagmittag aus Frankreich überträgt, lassen ihn gleichgültig. „Seit Tagen hören wir nur pure Terroristen-Propaganda ohne jede historische Bedeutung“, sagt er in Bilbao.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Die Erklärung, mit der die Eta-Führung am Tag davor ihre endgültige Auflösung bekannt gab, ist für ihn nur „rhetorischer Wahn“. Denn bis zuletzt habe es Eta nicht fertiggebracht, sich bei allen Menschen zu entschuldigen, denen die Gruppe geschadet habe. Puelles ist stellvertretender Vorsitzender der Opferorganisation Covite, in der sich im Baskenland Angehörige von Terroropfern zusammengeschlossen haben. Auch die Schweigeminute für die Opfer zu Beginn des Treffens in Cambo-les Bains kann ihn nicht versöhnen. Die Konferenz in der Villa Arnaga, die ein französischer Autor vor gut hundert Jahren errichten ließ, sei nur die „theatralische Ausschmückung“ des Endes einer Terrorbande.

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