Angebliches Telefonat : Die Kanzlerin widerspricht dem Papst
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Merkel kann sich nicht an das Telefonat erinnern – gab aber an, Treffen mit dem Papst sehr zu schätzen. Bild: dpa
Der Papst sagt, die Kanzlerin hätte wütend bei ihm angerufen. Sie habe sich über eine Rede von ihm geärgert, berichtet Franziskus. Seltsam ist nur, dass sich Angela Merkel an das Gespräch nicht erinnern kann.
Das angebliche Telefonat zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Papst Franziskus über den Zustand Europas hat es offenbar nicht gegeben. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z., Mittwochausgabe): „Die Bundeskanzlerin kann sich an einen Anruf beim Papst nicht erinnern. Ansonsten schätzt sie jede Begegnung mit ihm außerordentlich.“
Die Mailänder Zeitung „Corriere de la Serra“ hatte mit Berufung auf den Papst berichtet, Merkel habe diesen angerufen, weil sie sich über Äußerungen von ihm über Europa geärgert habe.
2014 hatte Franziskus in einer Rede vor dem Europaparlament in Straßburg die fehlende Vision des Kontinents angeprangert und Europa mit einer „Großmutter“ verglichen, die „nicht mehr fruchtbar und vital ist“. Franziskus sagte, die Kanzlerin sei „etwas wütend“ gewesen. „Sie hat mich gefragt, ob ich wirklich glaube, dass Europa keine Kinder mehr bekommen könne.“
Daraufhin habe er Merkel aber beruhigt, denn er glaube an die Zukunft Europas, weil der Kontinent ganz feste und tiefe Wurzeln habe. In den dunkelsten Momenten sei es Europa immer gelungen, ungeahnte Ressourcen zu mobilisieren, fügte der Papst hinzu.
Das Gespräch mit dem „Corriere“-Journalisten wurde in dem
Blatt in Form eines Interviews veröffentlicht und vom Vatikan weder offiziell bestätigt noch dementiert.