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Angebliches Mordkomplott : Chamenei weist amerikanische Vorwürfe als „dumm“ zurück

  • Aktualisiert am

„Methode, eine Islam- und Iran-Phobie zu schüren“: Der iranische Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei Bild: REUTERS

Irans Staatsoberhaupt Chamenei hat die Vorwürfe gegen sein Land als „dumm“ zurückgewiesen. Amerikas UN-Botschafterin Rice traf derweil eine iranische Delegation - obwohl Washington und Teheran keine diplomatischen Beziehungen unterhalten.

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          Der iranische Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei hat sich in Staatsmedien erstmals zu den amerikanischen Berichten über angebliche Anschlagspläne seines Landes geäußert.

          „Die Wiederholung von dummen und nutzlosen Methoden der Vereinigten Staaten, eine Islam- und Iran-Phobie in der Welt zu schüren, wird nichts bringen. Sie ist zum Scheitern verurteilt“, sagte der geistliche Führer am Freitag. Chamenei ist nach der iranischen Verfassung das Staatsoberhaupt und hat in allen Staatsangelegenheiten das letzte Wort.

          Die amerikanische Regierung wirft „Elementen der Regierung“ in Iran vor, einen Mordkomplott gegen den saudischen Botschafter in Washington geplant zu haben. Während sich in den Vereinigten Staaten die Zweifel gegen einen von Iran gesteuerten Terroranschlag mehren, brachten einige amerikanische Regierungsvertreter Chamenei als möglichen Drahtzieher des Komplotts ins Gespräch.

          Susan Rice trifft iranische Delegation

          Nach der Aufdeckung der mutmaßlichen Anschlagspläne hatte der amerikanische Präsident Barack Obama iranische Funktionäre „auf den höchsten Ebenen“ der Regierung für die Verschwörung verantwortlich gemacht. Ranghohe Regierungsvertreter hätten von den Plänen gewusst.

          Obama sagte am Donnerstag nicht, ob er davon ausgehe, dass auch Ajatollah Ali Chamenei oder Präsident Mahmud Ahmadineschad eingeweiht waren. Am Mittwoch hatte sich die amerikanische UN-Botschafterin Susan Rice mit Vertretern der iranischen Mission bei den Vereinten Nationen getroffen.

          Dies galt als ungewöhnlicher Schritt, da Washington und Teheran keine diplomatischen Beziehungen unterhalten.

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