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Oslo und Utøya : Wie sieht angemessenes Gedenken aus?

Temporär: Die Gedenkstätte für die Anschlagsopfer aus dem Jahr 2011 im Osloer Regierungsviertel Bild: Ilja C. Hendel/laif

Die rechtsextremen Anschläge des Terroristen Anders Breivik vor zehn Jahren beschäftigen Norwegen noch immer. Die Erinnerung daran ist eine politische Angelegenheit und mithin umstritten. Eine bemerkenswerte Lösung hat die Insel Utøya gefunden.

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          Das Regierungsviertel im Zentrum von Oslo ist seit ein paar Monaten eine große Baustelle. Zehn Jahre nach den Anschlägen vom 22. Juli 2011, als der Rechtsextreme Anders Behring Breivik zuerst eine Autobombe vor dem Amtssitz des Ministerpräsidenten in der norwegischen Hauptstadt zündete und danach auf der rund 40 Kilometer entfernten Insel Utøya unter den Teilnehmern des Sommerlagers der norwegischen Jusos ein Massaker mit 69 Todesopfern anrichtete, hat der Neubau der damals vom Terror in Mitleidenschaft gezogenen Ministerien begonnen. Endlich, sagen viele Norweger, die der langen Debatten über das Für und Wider überdrüssig geworden sind. Schrecklich, sagen andere, die mehr vom Alten erhalten wissen wollten, gegen den Abriss der beschädigten Gebäude demonstriert haben und in den Plänen für die Neubauten eine allzu glatte, geschichtsvergessene Architektur erkennen.

          Sebastian Balzter
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Wie hier, mitten in Oslo, eines Tages die Erinnerung an das Attentat und seine Opfer einen Ort finden soll, ist noch immer nicht entschieden. Es war der schlimmsten Ausbruch von Gewalt seit dem Zweiten Weltkrieg in Norwegen. Wenn an diesem Donnerstag die Spitzen von Staat und Gesellschaft, die Überlebenden und Hinterbliebenen anlässlich des zehnten Jahrestags zu Gedenkveranstaltungen zusammenkommen, werden die Gespräche auch darum kreisen.

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