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Gefahr für die Sicherheit? : Amtschefs des polnischen Ministerpräsidenten gehackt

Michał Dworczyk, Amtschef in der Kanzlei des polnischen Regierungschefs, bei einer Corona-Pressekonferenz im Oktober 2020 in Warschau Bild: dpa

Der Amtschef von Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki ist nach eigenen Angaben gehackt worden. Die Täter warnen vor einer Gefahr für die nationale Sicherheit des Landes. Michał Dworczyk vermutet, woher der Angriff stammt.

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          Michał Dworczyk, der Amtschef in der Kanzlei des polnischen Regierungschefs, hat vermutlich unruhige Stunden hinter sich. In der Nacht zum Mittwoch, kurz nach Mitternacht, bestätigte er auf Twitter, er sei Opfer eines Hackerangriffs geworden. Der deutlichste Hinweis darauf war eine offenbar von fremder Hand geschriebene Botschaft auf der Facebook-Seite von Dworczyks Frau.

          Gerhard Gnauck
          Politischer Korrespondent für Polen, die Ukraine, Estland, Lettland und Litauen mit Sitz in Warschau.

          Darin hieß es, ihrem Mann seien durch Hacken seines Mailkontos dienstliche Dokumente gestohlen worden, die „genutzt werden könnten, um der nationalen Sicherheit der Republik Polen Schaden zuzufügen“. Der Politiker ist die rechte Hand von Ministerpräsident Mateusz Morawiecki. Dworczyk genießt überparteilich viel Ansehen; seit einigen Monaten ist er Polens Corona-Impfbeauftragter.

          Worum geht es in den gehackten Dokumenten?

          In seiner „Erwiderung“ schreibt Dworczyk: „Ich sehe in diesem Angriff ein Element umfassender Aktivitäten der Desinformation.“ Entgegen der Behauptung der Hacker sei nichts abgeflossen, was einer der verschiedenen Geheimhaltungsstufen unterliege. Ein polnisches Portal berichtete später, gehackt und im Messengerdienst Telegram veröffentlicht worden seien Unterlagen aus dem Prozess der polnischen Gesetzgebung.

          Darin gehe es um das in der Zeit der Corona-Pandemie verabschiedete Gesetz über die Gründung einer Agentur für strategische Reserven. Ebenfalls betroffen sei ein Dokument vom August 2020, als im Nachbarland Belarus die Proteste gegen die gefälschte Präsidentenwahl begannen. Darin sei die Rede von einer erleichterten Einwanderung von Belarussen, auch solchen polnischer Herkunft, in Polen.

          Der Politiker sieht einen Zusammenhang zwischen dem Angriff und seinem Engagement für die Entwicklung von Polens östlichen Nachbarländern und die Lage der polnischen Minderheiten dort. „Als Person, welche die demokratischen Veränderungen auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion aktiv unterstützt hat, hatte ich elf Jahre lang seitens der Staaten Belarus und Russland Einreiseverbot.“ Am Mittwoch berichteten polnische Medien, bei Telegram sei ein weiteres Dokument veröffentlicht worden: der Lebenslauf des polnischen Obersten Konrad Korpowski. Der Militär leitet das Sicherheitszentrum der Regierung, eine Art obersten Krisenstab.

          Die Proteste in Belarus, ihre gewaltsame Niederschlagung und die Flucht von belarussischen Aktivisten nach Polen hat zu den Spannungen zwischen beiden Ländern beigetragen. Erst am Wochenende hatte der Fraktionschef der rechten Regierungspartei PiS in Warschau, Ryszard Terlecki, für Aufregung gesorgt. Er hatte einen Auftritt der belarussischen Oppositionsführerin Swetlana Tsichanowskaja auf einer Veranstaltung mit dem liberalen Bürgermeister von Warschau, Rafał Trzaskowski, heftig kritisiert. Nach einiger Zeit distanzierten sich selbst Politiker des Regierungslagers von Terlecki. Am Mittwoch gab Belarus bekannt, die Ölpipeline „Freundschaft“, über die Erdöl aus Russland polnische und deutsche Raffinerien erreicht, werde bis zum 12. Juni abgeschaltet. Es seien Reparaturarbeiten nötig.

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