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Kriegsverbrechen in Mossul? : „Missachtung menschlichen Lebens“

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Ein irakischer Soldat vergangene Woche in Mossul: Der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zufolge sollen im Kampf um die Stadt alle Konfliktparteien schwere Verbrechen begangen haben. Bild: dpa

Im Kampf um die irakische Stadt Mossul soll es zu schweren Kriegsverbrechen gekommen sein. Das prangert die Menschenrechtsorganisation Amnesty International an. Dabei sollen sich alle Konfliktparteien schuldig gemacht haben.

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          Amnesty International wirft den Konfliktparteien beim Kampf um die nordirakische Stadt Mossul schwerste Verbrechen an der Zivilbevölkerung vor. „In einigen Fällen könnten diese Menschenrechtsverletzungen Kriegsverbrechen darstellen“, heißt es in einem am Dienstag in Berlin veröffentlichten Bericht von Amnesty. Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) habe Zivilisten aus umliegenden Dörfern in den umkämpften Westteil der Stadt gebracht, um sie als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen. Gleichzeitig hätten irakische Streitkräfte und die von den Amerikanern geführten Koalitionstruppen Waffen eingesetzt, „die in bevölkerungsreichen Gegenden niemals eingesetzt werden dürfen“.

          Die Studie „At any cost“ („Ohne jede Rücksicht“) dokumentiert Augenzeugenberichte von Bewohnern, medizinischen Helfern und Rüstungsexperten zu Kämpfen zwischen Januar und Mitte Mai. Demnach hinderte der IS Zivilisten „mittels verschweißter Türen und Sprengfallen“ an der Flucht. Bei Widerstand seien viele umgebracht worden.

          „Die Missachtung menschlichen Lebens durch alle Konfliktparteien darf nicht ungestraft bleiben“, erklärte die Nahost-Beauftragte der Menschenrechtsorganisation, Lynn Maalouf, am Dienstag.

          Amnesty forderte die sofortige Einsetzung einer „unabhängigen Kommission“. Diese solle in den Fällen, in denen es „glaubwürdige Beweise“ für die Verletzung internationalen Rechts gebe, sicherstellen, dass tatsächlich Ermittlungen gebe und die Ergebnisse anschließend veröffentlicht würden.

          Großteil der Stadt in Schutt und Asche

          Am Montag hatte der irakische Regierungschef Haider al-Abadi rund acht Monate nach dem Beginn einer Großoffensive den endgültigen Sieg über die IS-Miliz in Mossul verkündet. Die Dschihadisten hatten die Stadt 2014 überrannt und in den von ihnen eroberten Gebieten im Irak und in Syrien ein „Kalifat“ ausgerufen. Die irakischen Truppen begannen dann im Oktober mit der Rückeroberung von Mossul.

          Während der monatelangen Kämpfe um die Stadt verzeichneten Hilfsorganisationen enorme Schäden. Tausende Menschen wurden getötet oder verletzt, ein Großteil der Stadt liegt nunmehr in Schutt und Asche, nahezu 920.000 Zivilisten ergriffen die Flucht.

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