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Nowitschok-Kommentar : Bemerkenswerte „Beweisführung“

  • -Aktualisiert am

Ein Polizist steht nach dem neuerlichen Vergiftungsfall im nahe gelegenen Amesbury vor einer Absperrung in Salisbury. Bild: AFP

Hoffentlich lässt sich feststellen, woher das Gift Nowitschok stammt, dem die zwei Briten zum Opfer fielen. Die russische Botschaft in den Niederlanden hat schon mal eine Beteiligung Moskaus dementiert – auf ungewöhnliche Weise.

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          Hoffentlich wird sich feststellen lassen, ob das Nowitschok, dem zwei Briten zum Opfer gefallen sind, aus der gleichen Charge stammt wie das Gift, das gegen den ehemaligen russischen Geheimdienstler Skripal vor ein paar Monaten eingesetzt worden ist.

          Wenn sich das nachweisen ließe, müssten sich wieder einmal alle Blicke nach Russland richten. Die britische Regierung ist überzeugt, dass Moskau hinter dem Anschlag auf Skripal steckt. Für den Fall, dass sich besagter Nachweis nicht führen lässt, ist Russland nicht automatisch entlastet. Allerdings würde Russland dann sicher behaupten, da laufe irgendein Wahnsinniger durch Südengland und vergifte wahllos Menschen.

          Die „Beweisführung“ der russischen Botschaft in den Niederlanden ist allerdings bemerkenswert. Die diplomatische Vertretung hat selbstverständlich jede Verwicklung Russlands in die Ereignisse dementiert, dann allerdings rhetorisch gefragt, ob irgendjemand wirklich glaube, Russland werde so dumm sein, ausgerechnet während der Fußball-Weltmeisterschaft „noch einmal“ Nowitschok einzusetzen.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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