https://www.faz.net/-gpf-9oe13

Nach nur zwei Monaten im Amt : Amerikas oberster Grenzschützer tritt zurück

  • Aktualisiert am

Grenzschutzchef John Sanders Bild: Reuters

Alarmierende Zustände in Lagern für minderjährige Einwanderer haben in Amerika Empörung ausgelöst. Nun kündigt der kommissarische Chef der zuständigen Behörde seinen Rücktritt an.

          Der kommissarische Chef der amerikanischen Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP), John Sanders, hat nach nur zwei Monaten im Amt seinen Rücktritt angekündigt. Er werde den Posten am 5. Juli aufgeben, erklärte Sanders in einem Schreiben, aus dem am Dienstag mehrere Medien zitierten. Er hatte die Leitung der Behörde im April übernommen, nachdem Grenzschutzchef Kevin McAleenan als Nachfolger von Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen nominiert worden war.

          Sanders nannte in dem Brief an die Mitarbeiter seiner Behörde keinen Grund für seinen Rücktritt, doch stand der Grenzschutz zuletzt wegen der katastrophalen Zustände in einem Auffanglager für minderjährige Einwanderer in Texas in der Kritik.

          Nachfolger steht offenbar schon fest

          Menschenrechtsaktivisten, Ärzte und Anwälte beklagten unter anderem die mangelnde Hygiene in der überfüllten Einrichtung in dem Ort Clint. Fast 250 Kinder wurden nach den Enthüllungen verlegt, doch mussten rund hundert von ihnen nach Angaben der Grenzschutzbehörde wieder dorthin zurückkehren.

          Unbegleitete minderjährige Einwanderer müssen laut Gesetz binnen 72 Stunden ihren Eltern oder den zuständigen Gesundheitsbehörden übergeben werden. Doch viele der in Clint untergebrachten Kinder mussten dort offenbar mehrere Wochen ausharren. Nach Informationen der „Washington Post“ will Präsident Donald Trump den amtierenden Chef der Einwanderungsbehörde ICE, Mark Morgan, zu Sanders Nachfolger ernennen.

          Trump hatte im Wahlkampf 2016 versprochen, die illegale Einwanderung zu stoppen. Die Zahl der Migranten stieg seit Beginn seiner Amtszeit jedoch stetig an. Allein im Mai wurden an der amerikanischen Südgrenze 144.000 Einwanderer aufgegriffen, darunter 57.000 Minderjährige.

          Um die ungeregelte Einwanderung aus Zentralamerika in die Vereinigten Staaten zu bremsen, unterzeichnete die amerikanische Regierung Anfang Juni ein Migrationsabkommen mit Mexiko. Es sieht unter anderem die Stationierung Tausender mexikanischer Soldaten an der Grenze zu den Vereinigten Staaten vor.

          Weitere Themen

          Abe verfehlt Zwei-Drittel-Mehrheit Video-Seite öffnen

          Oberhauswahl in Japan : Abe verfehlt Zwei-Drittel-Mehrheit

          Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe hat bei der Oberhauswahl die für eine Verfassungsänderung notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit verfehlt. Seine Liberaldemokratische Partei (LDP) holte zusammen mit dem kleineren Koalitionspartner Komeito 71 der neu vergebenen 124 Sitze.

          Topmeldungen

          Des einen Freud’: Der Bund gibt viel Geld für Pensionen aus.

          Beamte im Ruhestand : Die Pensionslasten steigen um 70 Milliarden Euro

          Den Bund kommen die Gehälter und Beihilfen für seine Beamten im Ruhestand immer teurer zu stehen. Inzwischen rechnet er mit einem Betrag von deutlich mehr als 700 Milliarden Euro. Darunter leiden vor allem die Länder.
          FDP-Chef Christian Lindner im ARD-Interview

          TV-Kritik: Sommerinterviews : Nur posieren reicht nicht

          Christian Lindner und Robert Habeck treten in ARD und ZDF gegeneinander an – ohne dabei den jeweils anderen zu erwähnen. Während der FDP-Chef auf eine desinteressierte Fragestellerin trifft, geriert sich der Grünen-Vorsitzende als Schlitzohr.
          Gratulation vom Präsidenten: Emmanuel Macron (links) mit Julian Alaphilippe.

          Hochspannung beim Radsport : Frankreich dreht bei der Tour am Rad

          Was ist nur los bei dieser Tour de France? Alles, was sicher schien, ist ins Wanken geraten. Frankreich hat einen Mann im Gelben Trikot – und einen, der das wichtigste Radsport-Rennen der Welt gewinnen kann.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.