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Amerikas Kampagne : Kulturproblem beim Impfen

  • -Aktualisiert am

Präsident Joe Biden feiert am 4. Juli im Weißen Haus den Unabhängigkeitstag. Bild: Reuters

In den Vereinigten Staaten gibt es große Gruppen von Impfskeptikern. Auch in Deutschland könnte das noch ein Problem werden.

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          Den Impferfolg, den Präsident Biden am Unabhängigkeitstag feiern konnte, hat er auch seinem ungeliebten Vorgänger zu verdanken. Die Vereinigten Staaten wären in ihrer Kampagne nicht so weit fortgeschritten, wenn Trump nicht früh in der Pandemie auf massive Staatshilfen für die Impfstoffhersteller gesetzt hätte.

          In der EU war man da bekanntlich zögerlicher, was bis heute Spuren in der Statistik hinterlässt. In Amerika haben schon 47 Prozent der Bevölkerung einen vollständigen Impfschutz, was wegen der zunehmenden Verbreitung der Delta-Variante die entscheidende Zahl ist. Davon ist Deutschland mit immerhin 39 Prozent noch ein Stück entfernt.

          Der Blick über den Atlantik lehrt außerdem, dass die Impfkampagne mit zunehmender Dauer auf kulturelle und politische Hindernisse stoßen kann. Republikaner, junge Menschen, Leute ohne College-Abschluss oder Schwarze gehören zu den Gruppen, in denen immer wieder eine hohe Impfskepsis gemessen wurde. In manchen Umfragen lag sie bei einem Drittel. Das macht sich in unterschiedlich hohen Impfquoten zwischen einzelnen Bundesstaaten bemerkbar und wirft die Frage auf, ob das Land die Herdenimmunität wirklich erreichen kann.

          Auf Deutschland lässt sich das nicht eins zu eins übertragen, aber es gibt auch hier Milieus, in denen Zweifel am Impfen bestehen. Die steigende Zahl von abgesagten Impfterminen ist ein Warnzeichen.

          Nikolas Busse
          Verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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