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Politische Spannungen : Amerikas Botschafter verlässt vorübergehend Moskau

  • Aktualisiert am

Amerikas Russland-Botschafter, John Sullivan, am 30. Januar 2020 in Moskau Bild: AP

Washingtons Top-Diplomat in Moskau, John Sullivan, kehrt diese Woche in Amerikas Hauptstadt zurück. Russlands Außenminister hatte ihm die Heimreise zuvor nahegelegt.

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          Inmitten massiver Spannungen zwischen Russland und den Vereinigten Staaten verlässt Amerikas Botschafter John Sullivan Moskau vorübergehend. Er werde in dieser Woche für Konsultationen nach Washington zurückkehren, teilte der Diplomat am Dienstag in Moskau mit. Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte Sullivan in der vergangenen Woche die Heimreise nahegelegt, nachdem die Vereinigten Staaten russische Diplomaten ausgewiesen und Sanktionen gegen Moskau verhängt hatten. Die Strafmaßnahmen ergingen unter anderem wegen Vorwürfen, Russlands habe sich in die amerikanische Präsidentschaftswahl im vergangenen Jahr eingemischt.

          Zuvor hatte bereits Russland seinen Botschafter Anatoli Antonow aus Washington zu Konsultationen in die Heimat zurückgerufen. Dazu kam es, nachdem Amerikas Präsident Joe Biden in einem Interview die Frage bejaht hatte, ob er seinen russischen Kollegen Wladimir Putin für einen „Killer“ halte. Auf die jüngsten amerikanischen Sanktionen hatte Russland ebenfalls mit Strafmaßnahmen reagiert und im Gegenzug auch zehn amerikanische Diplomaten ausgewiesen.

          „Ich glaube, es ist wichtig für mich, direkt mit meinen neuen Kollegen in der Biden-Regierung in Washington über den gegenwärtigen Zustand in den bilateralen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Russland zu sprechen“, teilte Sullivan mit. Er habe auch seine Familie seit mehr als einem Jahr nicht mehr gesehen. „Das ist ein weiterer wichtiger Grund für mich, für einen Besuch nach Hause zurückzukehren.“

          Er wolle in einigen Wochen wieder nach Moskau zurückkommen – vor einem möglichen Gipfeltreffen Bidens mit Putin, sagte der Diplomat. Der Kremlchef hat bisher nicht zugesagt, lässt aber die Möglichkeit eines persönlichen Treffens mit seinem amerikanischen Amtskollegen in einem europäischen Land in diesem Sommer prüfen. Mehrere EU-Länder haben sich dafür bereits als Gastgeber angeboten.

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