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Amerikanische Vizepräsident : Pence ruft zum Sturz von Maduro auf

  • Aktualisiert am

Der amerikanische Vizepräsident Mike Pence ruft offen zum Sturz von Venezuelas Staatschef Maduro auf. Bild: Reuters

Mit Rückendeckung aus Washington kündigt der selbst ernannte Interimspräsident Guaidó die größte Demonstration in der Geschichte seines Landes an. Er wolle nicht verhandeln, außer es gehe um „die Machtübergabe“ und freie Wahlen.

          Vor einer geplanten Großkundgebung der Opposition in Venezuela hat der amerikanische Vizepräsident Mike Pence zum Sturz von Präsident Nicolás Maduro aufgerufen. „Die Zeit ist gekommen, Maduros Tyrannei ein für allemal zu beenden“, sagte Pence am Freitag in einer Rede vor Exil-Venezolanern in Miami. „Es ist nicht die Zeit für Dialog, es ist die Zeit für Taten.“ Die Herrschaft des Linksnationalisten Maduro müsse „enden – und zwar jetzt“.

          Ähnlich äußerte sich am Freitag Maduros Gegenspieler Juan Guaidó. Zu Gesprächen mit Maduro sei er allenfalls bereit, wenn es dabei „um den Start des Prozesses der Machtübergabe und die Abhaltung freier Wahlen“ gehe, schrieb Guaidó in einem Brief an die Präsidenten Mexikos und Uruguays, die in dem Konflikt vermitteln wollen. Ansonsten sehe er keinen Sinn in Verhandlungen.

          Venezuelas selbsternannter Übergangspräsident hatte seine Anhänger für Samstag zum „größten Protestmarsch in der Geschichte Venezuelas und unseres Kontinents“ aufgerufen, um seiner Forderung nach einem Rückzug Maduros Nachdruck zu verleihen. Die Kundgebung soll am Vormittag (Ortszeit, 15.00 Uhr MEZ) vor der Vertretung der Europäischen Union in Caracas starten.

          Angespannte Sicherheitslage in Caracas

          Die Vereinigten Staaten, Kanada und mehrere lateinamerikanische Staaten haben Guaidó bereits als Interimspräsident anerkannt. Vier EU-Länder haben Maduro bis Sonntag ein Ultimatum gestellt: Sollte er bis dahin keine Neuwahl zur Präsidentschaft ansetzen, wollen Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien Guaidó ebenfalls anerkennen.

          Die Sicherheitslage in Caracas ist angespannt, es werden Zusammenstöße befürchtet. Denn zeitgleich mit dem Marsch der Opposition will Maduro auf einer Massenkundgebung seiner Anhänger den 20. Jahrestag der „Bolivarischen Revolution“ feiern, mit der sein Vorgänger Hugo Chávez den potenziell reichen Ölstaat auf einen sozialistischen Kurs brachte. Diese Kundgebung findet etwa zehn Kilometer vom Marsch der Opposition entfernt statt. Maduro stützt sich im derzeitigen Machtkampf vor allem auf die Armee. Zu seinen ausländischen Verbündeten zählen Russland und China.

          Seit Beginn der jüngsten Unruhen am 21. Januar wurden in Venezuela nach UN-Angaben rund 40 Menschen im Zusammenhang mit den Protesten getötet, mehr als 850 wurden festgenommen. Bei zwei vorangegangenen Protestwellen 2014 und 2017 wurden rund 200 Menschen getötet.

          Trotz enormen Ölreichtums hat Venezuela einen jahrelangen wirtschaftlichen Niedergang hinter sich. In dem Land herrscht Hyperinflation – der Internationale Währungsfonds rechnet für das laufende Jahr mit einer Teuerungsrate von zehn Millionen Prozent. Selbst Artikel des täglichen Grundbedarfs sind kaum mehr zu kaufen. Seit 2015 haben rund 2,3 Millionen Venezolaner ihr Land verlassen.

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