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Amerikanischer Geheimdienst : Syrien wird Al-Qaida-Basis

  • -Aktualisiert am

Kämpfer der Gruppierung „Islamischer Staat im Irak und in (Groß-)Syrien“ in ar-Raqqa, Syrien. Die undatierte Aufnahme stammt von einer dschihadistischen Website. Bild: AP

Geheimdienstangaben zufolge versuchen ranghohe Al-Qaida-Mitglieder in Syrien Fuß zu fassen. Die dort kämpfenden Europäer und Amerikaner sollen für Anschläge gewonnen werden.

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          Nach Überzeugung amerikanischer Geheimdienste versucht die Al-Qaida-Führung von Pakistan aus, in Syrien Fuß zu fassen, um von dort aus Angriffe gegen Europa und die Vereinigten Staaten ins Werk zu setzen. Nach einem Bericht der Zeitung „New York Times“ wird in Washington angenommen, dass einige Dutzend Kämpfer und Militärplaner des Terrornetzes mit langjähriger Erfahrung in Afghanistan und Pakistan nach Syrien eingesickert sind, um Zugriff auf die geschätzt 1200 Europäer und Amerikaner zu erlangen, die sich dort dem Dschihad angeschlossen haben. Die besonderen Kenntnisse dieser mittleren Al-Qaida-Führer reichten vom Bombenbau bis zur religiösen Indoktrinierung.

          Andreas Ross
          Verantwortlicher Redakteur für Nachrichten und Politik Online.

          Die Regierung von Präsident Barack Obama hatte nach der Tötung des Al-Qaida-Anführers Usama Bin Ladin im Jahr 2011 die Führung des Terrornetzes für dauerhaft geschwächt erklärt, danach aber zugegeben, dass von relativ unabhängig agierenden Filialen weiterhin Gefahr ausgehe. Dazu gehört etwa die in Syrien operierende Nusra-Front. Zuletzt hatte besonders die Gruppe „Islamischer Staat im Irak und in (Groß-)Syrien“ (Isis) Aufsehen erregt, die aber dem Al-Qaida-Führer Ayman al Zawahiri offen den Gehorsam verweigert hat und unabhängig agiert.

          Nun herrscht in Washington aber die Sorge, dass sich Zawahiri das Chaos im Syrienkrieg zunutze macht, um seine Terrororganisation mit langem Atem wieder in die Lage zu versetzen, Ziele im Westen anzugreifen. Die Einschätzung soll auf abgefangene Kommunikation und Angaben von Informanten sowie auf die Auswertung öffentlicher Botschaften in dschihadistischen Internetforen zurückgehen. Der CIA-Direktor John Brennan hat schon im Februar im Kongress vor einer solchen Entwicklung gewarnt. Offenbar gibt es unter den westlichen Diensten aber divergierende Einschätzungen darüber, ob der Zufluss von Kämpfern aus Pakistan tatsächlich so gut gesteuert und organisiert abläuft, wie die CIA es beschreibt.

          Unterdessen dauert der Vormarsch syrischer Aufständischer in der Provinz Latakia, der Heimatprovinz von Machthaber Baschar al Assad, an. Am Mittwoch lieferten sich Rebellen in Qastal Maaf Gefechte mit Regierungseinheiten. Der Ort liegt 15 Kilometer südlich des Grenzübergangs Kassab, den Oppositionseinheiten am Dienstag eingenommen hatten. Drei Jahre nach Beginn des Aufstands gegen das Regime ist es den Assad-Gegnern damit erstmals gelungen, Zugang zum Mittelmeer zu erlangen. Die von einer großen alawitischen Minderheit, der auch Assad angehört, besiedelten Küstenprovinzen Tartus und Latakia waren seit 2011 von Kämpfen weitgehend verschont geblieben.

          Im Internet wurden am Mittwoch Bilder von Kämpfern der Ansar-al-Scham-Brigade verbreitet, die den Vormarsch auf die christlich-armenische Gemeinde Kassab an der Grenze zur Türkei offenbar angeführt hatte. Anders als in anderen Gegenden Syriens, wo islamistische Kämpfer rücksichtslos gegen religiöse Minderheiten vorgingen, zeigen Videos Milizionäre, die die Kirche Kassabs schützen. Die auf 2500 Mann geschätzte Miliz gehört der im Winter mit saudi-arabischer Unterstützung gegründeten Islamischen Front an.

          In Latakia und im nordöstlich von Assads Heimatprovinz gelegenen Idlib gewann die Miliz im vergangenen Jahr an Bedeutung. Zuletzt bekämpfte sie Isis. Zwar hat sich die Ansar-al-Scham-Brigade nicht der Freien Syrischen Armee (FSA) angeschlossen. Doch im Konflikt zwischen extremistischen Gruppen und der FSA, dem bewaffneten Arm der vom Westen geförderten Syrischen Nationalen Koalition, nimmt sie eine Mittlerrolle ein. Nach Angaben aus der Opposition zielt die Offensive im Norden Latakias darauf ab, Regimeeinheiten aus anderen Landesteilen an die Küste zu ziehen.

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