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Austin-Besuch : Gastgeschenk für Berlin

Neue Töne: Verteidigungsminister Lloyd Austin bei seiner Pressekonferenz am Dienstag im Bundesverteidigungsministerium. Bild: dpa

Präsident Trump wollte die Zahl der amerikanischen Soldaten in Deutschland verringern. Sein Nachfolger Biden tut das Gegenteil – ein erfreuliches Signal.

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          Warum sind amerikanische Truppen in Deutschland stationiert? Weil das gut für die Vereinigten Staaten ist und gut für die Nato. Deswegen war das Vorhaben des früheren Präsidenten Trump, aus einem Strafbedürfnis heraus Tausende Soldaten aus Deutschland abzuziehen, interessenpolitisch eine Torheit, der die strategische Grundlage fehlte. Sein Nachfolger Biden sieht das klarer. Der Abzugsplan ist nicht nur vom Tisch, die amerikanische Präsenz wird noch verstärkt. Das ist ein wichtiges Signal, zumal angesichts der militärischen Drohkulisse, die Russland in Osteuropa aufbaut.

          Offenkundig ist das deutsch-amerikanische Verhältnis wieder vom Geist einer engen Partnerschaft beseelt, wie der neue Verteidigungsminister Austin bei seinem Besuch in Berlin nicht müde wurde festzustellen. Auf diesen Ton und Stil hat der deutsche Partner gewartet: Der Wechsel im Weißen Haus führt zu neuer Wertschätzung für Amerikas Bündnisse.

          Was antwortet Deutschland?

          Doch eine Rückkehr zu der für uns kommoden Klientenbeziehung von ehedem kann es nicht geben. Nicht nur Amerika muss in Partnerschaft investieren, auch und gerade Deutschland muss das tun: indem es Lasten übernimmt, sich engagiert und bei kontroversen Themen nicht auf stur schaltet, wie es bei Nord Stream 2 viel zu lange der Fall war. Es passt eben nicht zusammen, Amerika als Pfeiler zu rühmen, auf dem Deutschlands Sicherheit ruht, und gleichzeitig dessen und anderer Partner Bedenken wegen der energiepolitischen Abhängigkeit von Russland beiseitezuwischen.

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

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