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Verbotenes Raketensystem : Amerikanische Diplomatin droht Russland mit Militärschlag

  • Aktualisiert am

Russischer Marschflugkörper (Symbolbild) Bild: dpa

In Washington ist man überzeugt, dass Russland an verbotenen Mittelstreckenraketen arbeitet. Moskau bestreitet die Vorwürfe – und erhält dennoch eine harsche Drohung aus Amerika. Die russische Reaktion lässt nicht lange auf sich warten.

          Die Vereinigten Staaten haben Russland mit der Zerstörung verbotener Marschflugkörpersysteme gedroht, wenn deren Entwicklung nicht gestoppt werde. Amerika zöge zwar eine diplomatische Lösung vor, sei aber auch bereit, einen Militärschlag in Erwägung zu ziehen, sagte die amerikanische Botschafterin bei der Nato, Kay Bailey Hutchison, am Dienstag.

          Washington geht davon aus, dass Russland an der Entwicklung eines Mittelstreckenwaffensystems arbeitet, das dem INF-Abrüstungsvertrag zufolge verboten ist. Durch die Waffen könne Russland ohne lange Vorwarnzeit Ziele in Europa mit Atomwaffen angreifen.

          Russland bezeichnete die Erklärung der amerikanischen Botschafterin als gefährlich. „Es scheint, dass sich Leute, die solche Erklärungen abgeben, nicht über ihr Maß an Verantwortung und die Gefahren aggressiver Rhetorik im Klaren sind“, sagte Außenamtssprecherin Maria Sacharowa. Russland hat die Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen.

          Derweil laufen bei der Nato die Vorbereitungen zum größten Manöver seit Ende des Kalten Krieges. Bei der Ende Oktober in Norwegen stattfindenden Übung erwartet das Militärbündnis den Einsatz von rund 45.000 Soldaten. Wie Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Dienstag in Brüssel erklärte, soll im Rahmen des Manövers „Trident Juncture“ der bewaffnete Angriff auf einen Mitgliedsstaat simuliert werden. Dabei werde unter unter anderem getestet, ob die 29 Alliierten ihre Truppen im Ernstfall schnell verlegen können.

          Stoltenberg: „Die Übung ist defensiv“

          Für den sogenannten Bündnisfall war nach dem Ende des Kalten Krieges lange Zeit deutlich weniger intensiv geübt worden. Nachdem Russland sich 2014 die ukrainische Halbinsel Krim einverleibt hatte, änderte die Nato jedoch ihre Strategie. Vor allem Polen sowie die baltischen Alliierten Litauen, Lettland und Estland fühlen sich von der aktuellen Politik des großen Nachbarn verstärkt bedroht und fordern Aufrüstung und mehr Abschreckung.

          Stoltenberg betonte am Dienstag allerdings, dass sich „Trident Juncture“ (Dreizackiger Verbindungspunkt) nicht gegen Russland richtet. „Die Übung ist defensiv“, sagte er. Auch Russland sei eingeladen worden, Beobachter zu schicken. In Moskau wurde das Manöver dennoch als unverantwortlich kritisiert. Es trage zur Destabilisierung in der Region bei, erklärte Außenamtssprecherin Maria Sacharowa. Ohne Details zu nennen kündigte sie zudem an, dass Russland „die notwendigen Maßnahmen“ ergreifen werde, um die eigene Sicherheit zu gewährleisten.

          Deutschland wird nach eigenen Angaben mit etwa 10 000 Soldaten an dem Nato-Großmanöver beteiligt sein. Hinzu kommen unter anderem rund 4000 Fahrzeuge. Dass die Bundeswehr so stark beteiligt ist, liegt .daran, dass sie ab Anfang 2019 die Führung der schnellen Eingreiftruppe der Nato (Very High Readiness Joint Task Force – VJTF) übernehmen soll.

          Als Partnerländer der Nato sind bei „Trident Juncture“ Schweden und Finnland mit dabei. Insgesamt werden neben den rund 45.000 Soldaten nach Angaben Stoltenbergs derzeit etwa 150 Flugzeuge, 60 Schiffe und mehr als 10.000 Fahrzeuge erwartet.

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