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Wie beim G36 : Auch amerikanische Soldaten schießen daneben

Schießen ja, aber bitte nicht zu schnell: Das amerikanische Sturmgewehr M4 ist kein Maschinengwehr. Bild: Picture-Alliance

Nicht nur die deutschen Soldaten haben Probleme mit ihrem Sturmgewehr, sondern auch die amerikanischen Streitkräfte: Das M4 gelangt nicht nur im Afghanistaneinsatz an seine Grenzen. Nun soll es modernisiert werden.

          Die Geschichte der „Washington Post“ klingt in deutschen Ohren sehr vertraut: Ein Sturmgewehr, das in die Jahre gekommen ist. Eine Armeeführung, die schweigt und ihre Soldaten mit einer mäßig geeigneten Waffe in den Kampf schickt. Und nun, nach langem Warten endlich, eine müde Reaktion, die viel zu spät kommt. Die amerikanischen Streitkräfte modernisieren ihre Standardwaffe, das M4. Das Pendant zum G36 der Bundeswehr, dessen Wirkungskraft sich im Deutschland dieser Tage vor allem als politische Waffe entfaltet.

          Wie das G36 ist das M4 ein Gewehr der Vergangenheit. Nicht konstruiert für den Einsatz in großer Hitze, im Staub und für schnelle Schussfolgen gegen zahlreiche Gegner und Treffer durch dicke Lehmmauern hindurch.

          Das Rohr neigt zum Überhitzen

          Bereits im Jahr 2014 hatte die „Washington Times“ über Tests der Streitkräfte aus den Jahren 2001 und 2002 berichtet. Sie belegten, dass das Rohr des M4 dazu neigt, zu überhitzen. Ein Problem, das auch beim G36 bei schneller Schussfolge aufzutreten scheint. Hinzu kommen weitere Probleme: Das Magazin mit den Patronen klemmt schnell - auch das hat man vom G36 schon gehört. Das Kaliber 5,56 mm sei nicht durchschlagkräftig genug (Nato-Vorgabe, wie beim G36). Auch vom Gasdrucklader (der auch im G36 verbaut ist) wurden Probleme gemeldet.

          Begonnen hatten die Recherchen der Zeitung mit dem Interview eines Angehörigen der Spezialeinheit Green Berets, der berichtete, er habe seinen Karabiner mit Hilfe von Komponenten anderer Waffenhersteller umgebaut, um auf dem Schlachtfeldern im Irak und Afghanistan gerüstet zu sein.

          Von solchen Schraubereien deutscher Soldaten ist nichts bekannt. Bislang hat sich auch noch kein kämpfender  Bundeswehrangehöriger kritisch über das deutsche Sturmgewehr geäußert. In Amerika ist das anders. „Unsere Waffen haben im Gegensatz zur Kalaschnikow und anderen westlichen Waffen die schlechte Angewohnheit, genau zur falschen Zeit zu versagen“, sagte der Vietnamkriegs-Veteran und pensionierte amerikanische Generalmajor Robert Scales der „Washington Post“. „Sie brauchen eine Waffe, mit der sie in schneller Folge über sehr lange Zeit schießen können, ohne Störung.“ Das sei beim M4 nicht der Fall. Im Gegenteil.

          Eine öffentliche Stellungnahme des Pentagon zu den Mängeln des M4 ist bislang nicht bekannt. Das ist aber auch nicht nötig. In der Ausschreibung heißt es, die neuen Komponenten der Waffenbauer sollten das Gewehr in seiner neuen Version „M4a1+“ überlebensfähiger machen und die operative Effizienz verbessern. Man könnte es auch anders ausdrücken: Das amerikanische Verteidigungsministerium sieht dringenden Handlungsbedarf.

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