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Whistleblower : Kein Held

  • -Aktualisiert am

Durch Mannings Enthüllungen sind Menschenleben direkt in Gefahr geraten. Bei den Enthüllungen Snowdens ist das bisher nicht zu erkennen.

          Es liegt nahe, Bradley Manning und Edward Snowden in einem Atemzug zu nennen. Oberflächlich betrachtet, ist das auch richtig. Aber bei näherem Hinsehen wirkt das, was ein amerikanisches Gericht dem Gefreiten Manning vorwirft, nicht unplausibel. Man sollte ihn also nicht undifferenziert zum Helden (v)erklären. Durch Mannings Enthüllungen sind Menschenleben direkt in Gefahr geraten. Bei den Enthüllungen Snowdens ist das bisher nicht zu erkennen. Wenn sich also von den beiden jemand zum Helden eignet, dann ist es Snowden.

          Eine andere Sache ist das Strafmaß, das Bradley Manning droht. Eine Haftstrafe von maximal 136 Jahren entspricht zwar wohl den einschlägigen Bestimmungen. Sie verhältnismäßig zu nennen, fällt aber schwer. Immerhin hat die Anklage davon abgesehen, die Todesstrafe für Manning zu fordern und damit dem Druck widerstanden, der zu spüren gewesen war. Kritiker des Schuldspruchs für Manning wenden ein, das Gesetz, auf dem der Spruch beruht, sei von 1917. Der Wert eines Gesetzes bemisst sich aber nicht nach dem Jahr seiner Entstehung.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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