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Wegen Enthüllungen : Pentagon sperrt Internetseite für Soldaten

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Nicht alles zu sehen: ein amerikanischer Soldat sitzt auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr in der Oberpfalz vor einem Rechner Bild: dpa

Eine amerikanische Webseite hat über die geheimen Anti-Terror-Listen der Obama-Regierung berichtet. Jetzt hat das Militär die Seite für Soldaten blockiert. Davon waren auch schon andere Seiten betroffen.

          Das amerikanische Verteidigungsministerium hat offenbar die amerikanische Website „The Intercept“ für Soldaten gesperrt. Das berichtet das Portal selbst, beruft sich dabei auf Militärkreise, und veröffentlicht ein Memo, das innerhalb der Streitkräfte verteilt worden sei. Darin werden alle Militärangehörigen gewarnt, „The Intercept“ aufzurufen, weil dort als vertraulich eingestuftes Material veröffentlicht worden sei.

          Das Pentagon bestritt die Existenz des Memos laut dem Bericht nicht. Eine Sprecherin teilte jedoch mit, dass sie nicht bestätigen könne, dass das Ministerium selbst Urheber einer solchen Anweisung ist. Sie fügte an, das Pentagon sei grundsätzlich dazu verpflichtet, als vertraulich eingestuftes Material zu schützen. Zudem müsse verhindert werden, dass Soldaten geheime Daten auf ungesicherte Computer herunterladen - selbst, wenn das Material schon veröffentlicht worden ist.

          Laut „The Intercept“ gibt es nicht nur das Memo mit der Warnung an die Soldaten der Marine, der Luftwaffe und des Heeres. Militärs hätten berichtet, dass die Internetseite auf ihren Arbeitscomputern gesperrt worden sei. „The Intercept hatte Anfang August darüber berichtet, nach welchen Kriterien amerikanische Sicherheitsbehörden Menschen in die „Terrorist Screening Database“ aufnehmen. Laut „The Intercept“ haben nahezu die Hälfte aller Menschen auf der Liste keinen Bezug zum internationalen Terrorismus.

          Schon vor einem Jahr hatten einige Einheiten des amerikanischen Militärs die Seiten der „Washington Post“ gesperrt, nachdem die über die Enthüllungen des ehemaligen NSA-Mitarbeiters Edward Snowden berichten hatte. 2010 hatte die Luftwaffe rund 25 Internetseiten gesperrt, nachdem Wikileaks geheime Botschaftsdepeschen veröffentlicht hatte. Darunter waren neben der „Washington Post“ und der „New York Times“ auch nicht-englischsprachige Medien wie „Spiegel Online“ und die Seite der französischen Tageszeitung „Le Monde“.

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