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Test von Marschflugkörpern? : Amerika wirft Russland Bruch von Abrüstungsvertrag vor

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Der damalige Sowjetführer Michail Gorbatschow und Amerikas Präsident Ronald Reagan unterzeichneten 1987 den Washingtoner Vertrag über nukleare Mittelstreckensysteme. Bild: AP

Hat Russland heimlich neue bodengestütze Marschflugkörper getestet? Die Amerikaner sind davon überzeugt. Es wäre ein Bruch des Washingtoner Vertrag über nukleare Mittelstreckensysteme.

          Russland hat nach Erkenntnissen der amerikanischen Regierung einen Abrüstungsvertrag verletzt, der 1987 zwischen dem damaligen Sowjetführer Michail Gorbatschow und Präsident Ronald Reagan abgeschlossen wurde. Russland habe vor einigen Monaten einen Marschflugkörper getestet und damit gegen den Washingtoner Vertrag über nukleare Mittelstreckensysteme (INF-Vertrag) verstoßen, sagte ein ranghoher Vertreter der amerikanischen Regierung, der nicht namentlich genannt werden wollte, am Montag (Ortszeit) der Nachrichtenagentur AFP. Präsident Barack Obama habe sich wegen der Angelegenheit schriftlich an den russischen Präsidenten Wladimir Putin gewandt.

          Der INF-Vertrag bezieht sich auf Marschflugkörper (Cruise Missiles) mit Reichweiten von 500 bis 5500 Kilometern. Er trat 1988 in Kraft. Im Januar berichtete die Zeitung „New York Times“, Russland habe 2008 damit begonnen, einen neuen bodengestützen Marschflugkörper zu testen. Die amerikanische Außenamtssprecherin Jen Psaki hatte damals gesagt, sie könne den Inhalt des Zeitungsberichts nicht bestreiten.

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