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Wahlkampf in Amerika : Trump spottet über Debatte der Demokraten

  • Aktualisiert am

Die Präsidentschaftsbewerber der Demokraten, Bernie Sanders und Hillary Clinton, bei der TV-Debatte in Las Vegas Bild: Reuters

Die Präsidentschaftsanwärter Hillary Clinton und Bernie Sanders haben sich in der ersten TV-Debatte der Demokraten einen Schlagabtausch geliefert. Die bissigsten Kommentare kamen jedoch von einem Mann, der gar nicht auf der Bühne stand.

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          Während sich die frühere amerikanische Außenministerin Hillary Clinton und die anderen Präsidentschaftsbewerber der Demokraten ihre erste Fernsehdebatte lieferten, begleitete der bei den Republikanern führende Geschäftsmann Donald Trump das politische Spektakel in seiner gewohnt forschen Art auf Twitter. „Sorry, heute Abend ist kein Star auf der Bühne“, schrieb Trump am Dienstagabend. Angesichts der versammelten demokratischen Bewerber sei der russische Präsident Wladimir Putin wohl „nicht zu nervös oder verängstigt“.

          Der Milliardär spottete vor allem über die landesweit wenig bekannten Demokraten bei der Debatte. „Kann sich irgendjemand Chafee als Präsident vorstellen“, schrieb er über Lincoln Chafee, einst Gouverneur von Rhode Island. „Auf keinen Fall.“ Auch der frühere Gouverneur von Maryland, Martin O’Malley, habe „sehr geringe Chancen“. Die Debatte fand im Wynn Hotel in Las Vegas statt – nur knapp 800 Meter entfernt vom Trump Hotel, das der Immobilienmagnat in der Casino-Metropole besitzt.

          Bei der Debatte präsentierte sich Clinton als Kämpferin gegen soziale Ungleichheit. „Im Mittelpunkt meines Wahlkampfes steht, wie wir die Einkommen erhöhen“, sagte sie. Dazu gehöre die Anhebung des Mindestlohns ebenso wie eine gerechtere Verteilung der Unternehmensgewinne und eine Steuerreform. „Im Moment zahlen die Reichen zu wenig und die Mittelschicht zahlt zu viel“, sagte Clinton. Außerdem müsse die Einkommenslücke zwischen Männern und Frauen geschlossen werden.

          Der Senator Bernie Sanders, der sich als „demokratischer Sozialist“ bezeichnet, trat bei der vom Nachrichtensender CNN organisierten Debatte ebenfalls als Verfechter der arbeitenden Bevölkerung auf. „Die Mittelschicht in diesem Land ist in den vergangenen 40 Jahren zunehmend verschwunden“, sagte der Politiker aus Vermont. „Millionen Amerikaner arbeiten länger für niedrigere Löhne, und fast ihr gesamtes Einkommen und der geschaffene Wohlstand gehen an das oberste Prozent.“

          Schlagabtausch über Waffengesetze

          Auch die in Umfragen weit abgeschlagenen Ex-Gouverneure Chafee und O’Malley sowie der frühere Senator Jim Webb prangerten die wachsende Schere zwischen Arm und Reich in den Vereinigten Staaten an. Webb beklagte den Einfluss reicher Spender auf die Wahlen: „Die Leute sind angewidert davon, wie das Geld unseren politischen Prozess korrumpiert hat.“

          Ein hitziger Schlagabtausch entwickelte sich zwischen Clinton und Sanders bei der Verschärfung der Waffenrechte. Die frühere Außenministerin warf dem Senator vor, nicht stark genug für die Kontrolle von Schusswaffen einzutreten. Sanders habe in den 90er Jahren mehrfach gegen ein Gesetz für ein strengeres Waffenrecht gestimmt. Der Senator stammt aus einem ländlich geprägten Bundesstaat, in dem Schusswaffen weit verbreitet sind.

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