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Vorwürfe gegen Saudi-Arabien : „Die Geschichte von 9/11 muss neu geschrieben werden“

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Anschlag auf das World Trade Center 2001: Was hat Saudi-Arabien damit zu tun? Bild: dpa

Haben saudische Regierungsbeamte die Attentäter des 11. September finanziert? In der ARD redet einer, der es wissen könnte, erstaunlich offen. Es geht um ein bis heute streng geheimes Dokument.

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          Schwere Vorwürfe gegen einen der wichtigsten Verbündeten Amerikas im Nahen Osten: Es habe „systematische Unterstützung“ aus Saudi-Arabien für die Attentäter des 11. September 2001 gegeben, sagte der frühere Senator Bob Graham dem ARD-Magazin Monitor. Die saudische Regierung sowie in Amerika stationierte Diplomaten seien an der Finanzierung der Terroristen beteiligt gewesen.

          Der Verdacht gegen Saudi-Arabien steht schon seit Jahren im Raum, kann aber unter anderem deshalb nicht belegt werden, weil ein brisantes Dokument seit 2002 teilweise unter Verschluss gehalten wird. Es geht um den Abschlussbericht einer Untersuchungskommission von Senat und Repräsentantenhaus, deren Vorsitzender Graham war. 28 Seiten aus diesem Bericht waren auf Anweisung des damaligen Präsidenten George W. Bush nur geschwärzt veröffentlicht worden. Laut Inhaltsangabe soll es darin um die „ausländische Unterstützung“ einiger Attentäter gehen.

          Graham, damals auch Leiter des Geheimdienstausschusses, forderte im Interview mit „Monitor“, diese Passagen freizugeben. Er kenne den Inhalt der Seiten, dürfe aber aus Geheimhaltungsgründen keine konkreten Aussagen über Details machen. „Diese 28 Seiten werden zusätzliche Beweise dafür liefern, dass es eine systematische Unterstützung gab. Und dass dieses System seinen Ursprung vor allem in Saudi-Arabien hat.“ Das ARD-Magazin zitiert den demokratischen Politiker mit den Worten: „Die Geschichte von 9/11 muss neu geschrieben werden.“

          Unter den 19 Attentätern vom 11. September waren 15 saudische Staatsbürger. Ein weiterer Untersuchungsausschuss, die sogenannte „9/11 Kommission“, hatte allerdings in ihrem Abschlussbericht betont: Man habe keine Beweise dafür gefunden, dass „die saudische Regierung als Institution oder einzelne, hochrangige saudische Beamte“ Al-Qaida finanziert hätte.

          Dem widersprach Graham in dem Interview. Es gehe nicht nur um Einzelpersonen, sondern auch um die saudische Regierung, das saudische Ministerium für Islamfragen und um saudische Wohltätigkeitsorganisationen. Darüber hinaus seien auch „Diplomaten, sowohl im Konsulat in Los Angeles, als auch an der Botschaft in Washington und weitere saudische Staatsbürger“ in die Finanzierung verstrickt gewesen.

          Eine Beteiligung der saudischen Regierung hätte möglicherweise Schadensersatzforderungen in Milliardenhöhe zur Folge. Denn der amerikanische Senat hat vor kurzem auf Druck der Angehörigen von 9/11-Opfern ein Gesetz auf den Weg gebracht, nach dem ausländische Staaten wegen Unterstützung von Terroranschlägen auf amerikanischem Boden verklagt werden könnten.

          Im Juni will Präsident Obama entscheiden, ob es zu einer vollständigen oder teilweisen Veröffentlichung der 28 Seiten kommt. Bisher hatte er dies mit Hinweis auf die „nationale Sicherheit“ blockiert. Bob Graham stellte diese Begründung in Frage. „Ich habe den Verdacht, dass es vor allem darum geht, die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Saudi-Arabien nicht zu beschädigen.“ Das Land habe das Stillhalten Amerikas bis heute als „Signal der Straffreiheit“ verstanden, um weiterhin Terrororganisationen zu unterstützen.

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