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Vereinigte Staaten : Verletzte bei Explosion in New York

  • Aktualisiert am

Feuerwehrmann am Explosionsort in Chelsea Bild: AFP

Bei einer Explosion in Manhattan sind mindestens 29 Menschen verletzt worden. Bürgermeister Bill de Blasio spricht von einer „vorsätzlichen Tat“. Auch ein Vorfall in Minnesota und eine Rohrbombe in New Jersey versetzen Amerika in Unruhe.

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          Mitten im abendlichen Ausgehtrubel ist Manhattan am Samstag von einer schweren Explosion erschüttert worden, bei der 29 Menschen verletzt wurden. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio sagte, die Explosion im für seine vielen Kneipen und Bars bekannten Stadtteil Chelsea sei vermutlich „absichtlich“ ausgelöst worden. Hinweise auf einen „terroristischen“ Hintergrund lägen aber derzeit nicht vor.

          Die Explosion sorgte wie mehrere weitere Gewalttaten im ganzen Land für neue Verunsicherung. Zeugen berichteten, die Detonation sei gegen 20.30 Uhr im ganzen Viertel zu hören gewesen. Nach Angaben der Feuerwehr der Ostküstenmetropole, in der am Montag der UN-Flüchtlingsgipfel gefolgt von der UN-Generaldebatte mit vielen Staats- und Regierungschefs beginnt, war unter den 29 Verletzten ein Schwerverletzter.

          Trump: „Wir sollten besser hart antworten, Leute“

          De Blasio sagte, nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen gebe es keinen Hinweis auf einen „terroristischen“ Hintergrund. Dies werde aber weiter geprüft. New York hatte erst eine Woche zuvor der Terroranschläge vom 11. September 2001 gedacht, bei denen fast 3000 Menschen getötet wurden. Der amerikanische Präsident Barack Obama wurde nach Angaben des Weißen Hauses über den Vorfall in Kenntnis gesetzt. Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump sprach bei einem Auftritt in Colorado Spring sofort von einer „Bombe“, die hochgegangen sei. „Wir sollten besser hart antworten, Leute.“

          Seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton warf ihm daraufhin Alarmismus vor. „Es ist immer weiser, auf Informationen zu warten, bevor man Schlussfolgerungen zieht.“

          Polizeibeamte und Feuerwehrleute am Schauplatz der Explosion.
          Polizeibeamte und Feuerwehrleute am Schauplatz der Explosion. : Bild: AFP

          Medienberichten zufolge kam die Explosion aus einem Müllcontainer. De Blasio sagte, die Ursache sei noch unklar. Sicher sei, dass die Explosion nicht durch Gas ausgelöst wurde. „Wir gehen davon aus, dass es Absicht war.“ Unweit des Explosionsortes untersuchte die Polizei später noch einen weiteren mutmaßlichen Sprengsatz. Wie die Sender CNN und ABC berichteten, wurde dabei ein verdächtiger Schnellkochtopf gefunden.

          Rohrbombe in New Jersey

          Die Polizei überprüfte zudem einen möglichen Zusammenhang mit einer Bombenexplosion in Seaside Park südlich von New York, nach Angaben von de Blasio wurde bei den ersten Ermittlungen „keine konkrete Verbindung„ gefunden. In dem etwa eineinhalb Autofahrstunden entfernten Badeort im Bundesstaat New Jersey war am Samstagmorgen eine Rohrbombe explodiert. Diese befand sich in einer Mülltonne entlang der geplanten Laufstrecke eines Wohltätigkeitslaufes, der von der amerikanischen Marine organisiert wurde.

          In der Mülltonne hätten sich insgesamt vier mit Zeitzündern versehene selbstgebaute Sprengsätze befunden, doch nur einer von ihnen sei detoniert, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft, Al Della Fave, dem Sender CNN. Der Fünf-Kilometer-Lauf hatte zum Zeitpunkt der Explosion noch nicht begonnen, weil der Start verschoben worden war. „Ohne diese Verzögerung hätten sich vermutlich viele Läufer in der Nähe der Mülltonne befunden“, sagte Fave. Nach der Explosion wurde der Lauf abgesagt.

          Der Schauplatz der Explosion.
          Der Schauplatz der Explosion. : Bild: dpa

          Im ebenfalls südlich von New York gelegenen Philadelphia griff am Freitagabend ein Mann eine Polizistin in ihrem Dienstfahrzeug an. Bei der folgenden Schießerei und Verfolgungsjagd wurden zwei Menschen getötet und fünf weitere verletzt. Unter den Toten war auch der 25 Jahre alte Schütze, der eine Botschaft hinterließ, in der er seinen Hass auf die Polizei bekundete.

          Im Bundesstaat Minnesota im Norden der Vereinigten Staaten wiederum sorgte ein sich auf Allah beziehender Messerangreifer für Panik in einem Einkaufszentrum. Der Angreifer wurde bei dem Vorfall am Samstagabend in der Stadt St. Cloud erschossen. Ob es einen terroristischen Hintergrund gab, war nach ersten Ermittlungen unklar.

          Nach Angaben von Polizeichef Blair Anderson berief sich der mutmaßliche Angreifer aber auf Allah. Er habe zudem mindestens ein Opfer vor dem Angriff gefragt, ob es muslimisch sei. Insgesamt acht Menschen wurden verletzt. Hinweise auf Verbindungen zu den Gewalttaten im Osten der Vereinigten Staaten gab es nach Polizeiangaben nicht.

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