https://www.faz.net/-gq5-78fv2

Vereinigte Staaten : Obama bezeichnet Anschläge von Boston als Terrorakt

  • Aktualisiert am

Drei Menschen starben, 176 wurden verletzt, 17 von ihnen sind noch in einem kritischen Zustand Bild: AP

Neben den beiden explodierten Sprengsätzen in Boston hat es keine weiteren Bomben gegeben. Das teilte der Gouverneur von Massachusetts mit. Präsident Obama nannte das Blutbad einen „Terrorakt“.

          2 Min.

          Der amerikanische Präsident Barack Obama hat das Blutbad von Boston als einen „Terrorakt“ bezeichnet. Man wisse aber noch nicht, wer genau dahinter stecke, sagte Obama am Dienstag im Weißen Haus. Zunächst hatte Obama die Amerikaner nach den Bombenanschlägen von Boston davor gewarnt, voreilige Schlüsse zu ziehen.

          Beim Anschlag in Boston sind über die beiden explodierten Bomben hinaus keine weiteren Sprengsätze gelegt worden. Das teilte der Gouverneur von Massachusetts, Deval Patrick, am Dienstag auf einer Pressekonferenz mit. Zunächst hatte es in Medienberichten geheißen, dass möglicherweise zwei oder drei weitere Sprengsätze entdeckt worden seien, die glücklicherweise nicht funktioniert hätten.

          Patrick zufolge fand die Polizei mehrere verdächtig erscheinende Gegenstände, die vorsichtshalber gesprengt worden seien. Dabei habe es sich aber nicht um Bomben gehandelt. Die Zahl der Verletzten bei den Explosionen gab der Gouverneur mit mehr als 150 an, drei Menschen waren gestorben.

          Nach dem Anschlag in Boston haben die Ermittlungsbehörden „einen Berg von Hinweisen“ erhalten, sagte ein Vertreter der Bundespolizei FBI. Er sprach von „sehr aktiven“ Ermittlungen und sagte, dass es keine weiteren „Bedrohungen“ gebe. Er lehnte jegliche Angaben zum Stand der Ermittlungen ab. So wollte er sich auch nicht zur Beschaffenheit der explodierten Bomben und zu Berichten äußern, nach denen ein verletzter junger Student aus Saudi-Arabien verhört worden sei und derzeit im Krankenhaus von der Polizei bewacht werde.

          Geschockt, aber unverletzt: Ein Läuferin nach den Anschlägen beim Boston Marathon Bilderstrecke

          Der Bostoner Polizeichef Ed Davis sagte, dass noch niemand im Zusammenhang mit dem Anschlag festgenommen worden sei.Ein weiterer Polizeivertreter teilte mit, dass bei den Explosionen insgesamt 176 Menschen verletzt wurden. Der Zustand von 17 Patienten sei kritisch.

          Staatsanwalt Dan Conley nannte die Anschläge einen „Akt der Feigheit“. Die Täter würden zu Rechenschaft gezogen. „Es wird Gerechtigkeit geben.“ Der Bürgermeister von Boston, Thomas Menino, rief die Menschen auf, angesichts der Herausforderungen zusammenzuhalten. Es sei eine „schwere Zeit für Boston“.

          New Yorker Ermittler nach Boston

          Die New Yorker Polizei sandte Ermittler nach Boston, die mit den dortigen Behörden zusammenarbeiten sollen. Das kündigte New Yorks Polizeichef Ray Kelly am Dienstag bei Bloomberg TV an. Kelly hatte 1993 die Ermittlungen nach dem ersten Bombenanschlag auf das World Trade Center in New York geleitet. Der Anschlag habe ihn nicht völlig überrascht, sagte Kelly. „Es gab vorher keine Hinweise, aber derartige Veranstaltungen ziehen solche Menschen an. Wo immer Tausende Menschen versammelt sind, ist das für Terroristen ein Ziel“, sagte Kelly. Er wollte aber noch keine Schlüsse ziehen, woher die Täter kommen. „Wir wissen kaum etwas, und ich möchte nicht spekulieren. Das wäre unangebracht, erst recht für einen Ermittler.“ In New York wurde die Polizeipräsenz deutlich verstärkt. „Das kostet viel Geld, aber die Menschen sollen sich sicher fühlen. Man kann furchtbaren Schaden anrichten, auch mit einer einfachen Bombe.

          In Boston ging die Nationalgarde des Bundesstaates Massachusetts in Stellung, während schwer bewaffnete Polizisten die Krankenhäuser sicherten. Große Teile der Innenstadt blieben abgesperrt. Die Bundespolizei FBI übernahm die Federführung bei den Ermittlungen, an denen sich neben den örtlichen Behörden auch der Geheimdienst CIA beteiligte. Übereinstimmend hieß es, dass vor dem Angriff keine Warnung eingegangen sei.

          Weitere Themen

          Jusos wählen neuen Chef im Herbst Video-Seite öffnen

          Kühnert gibt Vorsitz ab : Jusos wählen neuen Chef im Herbst

          Juso-Chef Kevin Kühnert will sein Amt an der Spitze der SPD-Jugendorganisation im November vorzeitig aufgeben: Der Vizeparteichef will bei der Wahl im kommenden Jahr für den Bundestag kandidieren.

          Topmeldungen

          Identitätspolitik : Junge Linke gegen alte Linke

          Was alte Linke über Minderheiten sagen, finden junge Linke rassistisch. Und was die Jungen sagen, galt bei den Alten früher als Vorstufe des Faschismus. Es geht ein tiefer Riss durch das linke Lager.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.