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Vereinigte Staaten : In Trauer vereint?

Amerika trauert, aber die Politik bleibt im Konfliktmodus. Es ist bezeichnend für die politische Auseinandersetzung, dass Republikaner und Demokraten nicht daran glauben, dass das Geschehen von Boston zumindest eine Zeitlang mäßigend wirken könnte.

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          In ersten Reaktionen auf die Bomben von Boston riefen Präsident und Oppositionsführung dazu auf, im Angesicht von Tod und Leid die politischen Interessengegensätze zurückzustellen: Das ist der normale Reflex, wenn Amerika von Katastrophen heimgesucht wird, wenn viele Opfer zu beklagen sind.

          Nach dem damals so genannten „Angriff auf Amerika“ am 11. September 2001 scharten sich die Amerikaner in dem für sie typischen Selbstbehauptungswillen um einen republikanischen Präsidenten - und folgten ihm in den „Krieg gegen den Terror“. Diese Einigkeit war nicht von Dauer, währte aber vergleichsweise lange.

          Es ist bezeichnend für die Art der politischen Auseinandersetzung heute, dass Republikaner und Demokraten gleichermaßen Zweifel haben, dass das Geschehen von Boston wenigstens eine Zeitlang einheitsstiftend, zumindest mäßigend wirken könne.

          Eher rechnen sie damit, dass ihre Rivalität befeuert wird von Schuldvorwürfen an die eine oder an die andere Seite, je nach dem, wer die Täter sind und welche Motive sie haben. Amerika trauert, aber die Politik bleibt im Konfliktmodus.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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