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Venezuela setzt Frist : Amerikanische Botschaft in Caracas muss Personal drastisch reduzieren

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Auf einer Kundgebung von Regierungsanhängern verkündete Venezuelas Präsident Maduro die Maßnahmen gegen die Vereinigten Staaten. Bild: AP

Innerhalb von zwei Wochen müssen die Vereinigten Staaten von ihren 100 Botschaftsmitarbeitern in Caracas 83 abziehen. Die venezolanische Regierung verhängt zudem Einreiseverbote gegen amerikanische Politiker wie George W. Bush.

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          Venezuelas Außenministerin Delcy Rodríguez hat den Vereinigten Staaten 15 Tage Zeit gegeben, um das Personal in der amerikanischen Botschaft in Caracas von 100 auf 17 Mitarbeiter zu reduzieren. Innerhalb dieser Frist solle das amerikanische Außenministerium die Botschaftsangehörigen benennen, die in der venezolanischen Hauptstadt Caracas verbleiben sollten.

          Venezuela reagierte mit dem Schritt am Montag auf eine kürzlich getroffene Anweisung Washingtons, mehreren venezolanischen Regierungsmitgliedern die Einreise zu verweigern. Mit der Verringerung des amerikanischen Botschaftspersonals strebt Venezuela einen Gleichstand an mit dem Personalstand der venezolanischen Botschaft in Washington.

          Am Wochenende hatte die venezolanische Regierung bereits Einreiseverbote gegen den früheren amerikanischen Präsidenten George W. Bush und andere prominente Politiker verhängt. Auch Ex-Vizepräsident Dick Cheney, der ehemalige CIA-Chef George Tenet und mehrere Kongressmitglieder stehen auf der Liste. Damit antworte Caracas auf ein Einreiseverbot der Vereinigten Staaten für venezolanische Regierungsmitglieder, sagte Präsident Nicolás Maduro am Samstag.

          Die Festnahme eines amerikanischen Piloten im venezolanischen Unruhe-Bundesstaat Táchira habe ihn außerdem dazu veranlasst, eine allgemeine Visapflicht für einreisende Bürger der Vereinigten Staaten einzuführen. Der Pilot sei in verdeckte Operationen verwickelt gewesen und habe „allerhand Dokumentation“ mit sich geführt, sagte Maduro, ohne weitere Einzelheiten mitzuteilen.

          Der Präsident gab die Maßnahmen gegen die Vereinigten Staaten bei einer Ansprache vor Tausenden Anhänger bekannt, die in Caracas gegen die „Einmischung des Imperialismus“ durch die Straßen marschierten. In San Cristóbal, der Hauptstadt von Táchira, nahmen am selben Tag mehrere Tausend Menschen an einer Demonstration der Opposition teil, um gegen den Tod eines 14 Jahre alten Schülers durch einen Polizeischuss bei einer Kundgebung am vergangenen Dienstag zu protestieren.Maduro sagte angesichts der politischen Spannungen in seinem Land eine Reise nach Uruguay ab. Er wollte dort ursprünglich am Sonntag an der Zeremonie zur Amtsübernahme des neuen Präsidenten Tabaré Vázquez teilnehmen.

          UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte die venezolanische Regierung auf, die Versammlungs- und Meinungsfreiheit zu schützen. Ban äußerte seine Besorgnis über die jüngsten Ereignisse in Venezuela. Regierung und Opposition sollten die Probleme friedlich und im Dialog angehen, sagte Ban der chilenischen Zeitung „El Mercurio“

          Vor dem staatlichen Bicentenario-Supermarkt in Caracas: Hunderte stehen für Hühnchen, Putzmittel und andere Waren des täglichen Gebrauchs an. Bilderstrecke

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