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Trauerfeier für Fidel Castro : Schröder für Deutschland in Havanna, Trudeau sagt ab

  • Aktualisiert am

Kanadas Premierminister Justin Trudeau bei einer Rede an der Universität von Havanna Mitte November Bild: AFP

Eine legendäre Figur, aber auch ein Diktator: Viele Staatschefs sind unsicher, wen sie zur Trauerfeier für den verstorbenen Fidel Castro schicken sollen. Für Deutschland reist ein früherer Kanzler nach Kuba. Aufregung gibt es in Kanada.

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          Zu der zentralen Trauerfeier für den kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro in Havanna werden mehrere Staats- und Regierungschefs und weitere hochrangige Persönlichkeiten erwartet. Sie werden dem früheren kubanischen Präsidenten die letzte Ehre erweisen und an einer Massenkundgebung am heutigen Dienstag auf dem Platz der Revolution teilnehmen.

          Deutschland wird bei den Trauerfeierlichkeiten von Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) vertreten. Darauf hätten sich Bundesregierung und Bundespräsidialamt verständigt, teilte eine Regierungssprecherin am Montag mit. Für Spanien reist der frühere König Juan Carlos nach Kuba. Weder Amerikas Präsident Barack Obama noch Vizepräsident Joe Biden wird nach Kuba reisen.

          Kanadas Premier zieht Kritik auf sich

          Kanadas Premierminister Justin Trudeau sagte seine Teilnahme ab, nachdem er wegen positiver Äußerungen über Castro heftig in die Kritik geraten war. In seiner offiziellen Stellungnahme hatte Trudeau Castro als „legendären Revolutionär“ und „bemerkenswerten Führer“ bezeichnet, ohne auf seine Rolle als Diktator einzugehen.

          Trudeaus Vater, der ebenfalls kanadischer Premierminister war, verband eine langjährige Freundschaft mit Castro. 1976 hatte Pierre Elliott Trudeau als erster Regierungschef eines Nato-Mitgliedsstaates Kuba besucht. Kanada beteiligte sich nicht am Wirtschaftsboykott der Vereinigten Staaten.

          Havanna : Zehntausende trauern um Fidel Castro

          Angesichts der Vorwürfe, wegen seiner Familiengeschichte Menschenrechtsverletzungen zu ignorieren, nannte Justin Trudeau Terminprobleme als Grund, nicht nach Havanna zu fahren. Ein Stellvertreter soll für Kanadas Regierung an den Feierlichkeiten teilnehmen.

          Lateinamerikanische Staatschefs nehmen teil

          Als Staatschefs zugesagt haben der venezolanische Präsident Nicolás Maduro, der nicaraguanische Staatschef Daniel Ortega, der bolivianische Präsident Evo Morales und Ecuadors Rafael Correa. Ihre Länder gehören zu der Bolivarianischen Allianz für Amerika (Alba) und zählen zu den engsten Verbündeten Kubas.

          Aus Mexiko reist Präsident Enrique Peña Nieto nach Havanna. Auch der frühere mexikanische Staatschef Carlos Salinas de Gortari will an den Trauerfeierlichkeiten teilnehmen. Argentinien wird von Außenministerin Susana Malcorra vertreten. Senatspräsident Ricardo Lagos und der Vorsitzenden der Abgeordnetenkammer, Osvaldo Andrade, führen die chilenische Delegation an.

          Castro war am Freitag im Alter von 90 Jahren gestorben. Einen Tag später wurde seine Leiche eingeäschert und eine neuntägige Staatstrauer verhängt. Am Sonntag soll die Urne mit der Asche des langjährigen Revolutionsführers in Santiago de Cuba im Osten der Karibik-Insel beigesetzt werden.

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