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Anschlag auf jüdische Einrichtungen : Täter war offenbar Ku-Klux-Klan-Mitglied

  • Aktualisiert am

Polizisten vor dem Jüdischen Gemeindezentrum Bild: AP

Im amerikanischen Bundesstaat Kansas sind drei Menschen in jüdischen Einrichtungen durch Schüsse getötet worden. Der mutmaßliche Täter soll ein ehemaliges führendes Mitglied des Ku-Klux-Klans sein.

          Der Mann, der in zwei jüdischen Einrichtungen im amerikanischen Bundesstaat Kansas drei Menschen erschossen hat, soll ein früheres führendes Mitglied des rassistischen Ku-Klux-Klans sein. Der 73 Jahre alte mutmaßliche Täter wurde nach dem Anschlag auf dem Parkplatz einer Grundschule festgenommen.

          Nach Medienberichten soll der Schütze bei seiner Festnahme antisemitische Bemerkungen gemacht und „Heil Hitler“ gerufen haben. Wie verschiedene Medien berichteten soll der ehemalige Soldat ehemaliges führendes Mitglied einer Ortsgruppe der Organisation sein. Der Polizei war der Mann offenbar wegen rassistischer und antisemitischer Aktivitäten bekannt. Präsident Barack Obama sprach den Familien der Opfer sein Mitgefühl aus.

          Netanjahu verurteilt Anschlag

          Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verurteilte den Anschlag. „Die Morde wurden nach allen vorliegenden  Erkenntnissen aus Hass auf Juden verübt“, erklärte Netanjahu. Er habe Beileidsbekundungen an die Familien der Opfer geschickt. Netanjahu fügte hinzu: „Der Staat Israel wird diese Pest zusammen mit allen zivilisierten Völkern bekämpfen.“

          Täter soll ehemaliger Soldat der „Green Berets“ sein

          Die Ermittlungen seien noch in einem sehr frühen Stadium, hieß es auf einer Pressekonferenz in Overland Park bei Kansas City. Demnach kommt der mutmaßliche 70 Jahre alte Schütze aus dem benachbarten Bundesstaat Missouri. Nach Angaben des örtlichen Polizeichefs John Douglass eröffnete der mutmaßliche Täter zunächst auf dem Gelände eines jüdischen Gemeindezentrums in Overland Park das Feuer. Zwei Menschen in einem Auto seien getroffen worden.

          Es soll sich um einen 14 Jahre alten Jungen und dessen Großvater handeln, berichtete der Fernsehsender NBC und die Zeitung „Kansas City Star“ übereinstimmend. Ein Opfer sei auf der Stelle tot gewesen, das zweite kurz nach der Tat im Krankenhaus gestorben. Zur Zeit der Schießerei hielten sich zahlreiche Schüler zu einem Tanzwettbewerb in dem Gemeindezentrum auf.

          Danach fuhr der Schütze dem Polizeichef zufolge zu einem jüdischen Seniorenheim im nahe gelegenen Lealand und erschoss dort eine Frau. Es gebe keine Hinweise darauf, dass er die Opfer gekannt habe, sagte Douglass. Der Schütze musste laut NBC 1979 wegen seiner KKK-Aktivitäten frühzeitig seinen Dienst bei der Eliteeinheit „Green Berets“ quittieren.

          Der Verdächtige sei  Mitglied eines von Neonazis betriebenen Internetforums sein. Dort habe er mehr als 12.000 Wortmeldungen hinterlassen.

          Ku-Klux-Klan mit bis zu 8000 Mitgliedern

          Die auf das Jahr 1865 zurückgehende und zwischenzeitlich verbotene rassistische Terrorvereinigung kämpfte nach dem Ende des amerikanischen Bürgerkriegs als Geheimbund mit Morden an Schwarzen und Attentaten auf Politiker gegen die Abschaffung der Sklaverei. Bei nächtlichen Überfällen trugen seine Mitglieder weiße Kutten mit Kapuzen und verbreiteten mit brennenden Kreuzen Angst und Schrecken.

          In den sechziger Jahren Jahren richteten sich ihre Aktionen gegen Mitglieder der schwarzen Bürgerrechtsbewegung. Seit den neunziger Jahren greift der Ku-Klux-Klan gezielt schwarze Kirchengemeinden an. Nach Schätzungen von Fachleuten zählt der Klan in den Vereinigten Staaten heute 5000 bis 8000 Mitglieder in rund 150 unabhängigen Ortsgruppen. Der Bund knüpfte Kontakte zu Rechtsextremisten im Ausland, darunter auch in Deutschland.

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