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Todesstrafe in Amerika : Hinrichtungen durch Erschießen wieder erlaubt

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Randy Gardner, der Bruder des 2010 in Utah von einem Erschießungskommando hingerichteten Mörders Ronnie Lee Gardner. Bild: AP

Der amerikanische Bundesstaat Utah hat Erschießungskommandos wieder eingeführt. Sie sollen zum Einsatz kommen, wenn bei Hinrichtungen das nötige Gift fehlt. Kritiker bezeichnen die Tötungsmethode als grausam und unmenschlich.

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          Der amerikanische Bundesstaat Utah hat die Hinrichtung von Todeskandidaten durch ein Erschießungskommando wieder offiziell eingeführt. Gouverneur Gary Herbert unterzeichnete am Montag ein entsprechendes Gesetz, das der Senat in Salt Lake City vor einigen Tagen verabschiedet hatte. Demnach kommen Todeskandidaten in Utah künftig wieder vor ein Erschießungskommando, sollten keine Chemikalien für die Giftspritze vorhanden sein. Grund für die Regelung ist nach offiziellen Angaben, dass es zunehmend schwierig sei, die entsprechenden Substanzen für Giftspritzen zu erhalten.

          Befürworter der Erschießung halten diese für eine schnellere und humanere Variante der Hinrichtung als die Giftspritze. Bei einem Erschießungskommando ist nicht klar, wer letztlich tatsächlich der Todesschütze ist. Gegner halten die Erschießung für grausam und unmenschlich. Herberts Sprecher verteidigte die Unterschrift des Gouverneurs gegen Kritik an dem Gesetz. Wer sich gegen die Erschießung ausspreche, sei in erster Hinsicht allgemein gegen die Todesstrafe, erklärte Marty Carpenter. Diese Entscheidung stehe aber nicht zur Debatte. Vielmehr hätten die Behörden die Pflicht, ein gefälltes Urteil zu vollstrecken.

          Oberster Gerichtshof überprüft Giftspritzen

          Utah hatte 2004 die Erschießungskommandos abgeschafft. Ein letztes Mal wurde die Hinrichtungsmethode jedoch noch 2010 bei einem Mörder angewandt, der vor der Abschaffung verurteilt worden war. Von den 32 Bundesstaaten, in denen die Todesstrafe zulässig ist, arbeitet kein anderer mit Erschießungskommandos. In Oklahoma wären sie allerdings erlaubt, sofern andere Tötungsmethoden wie etwa die Giftspritze für verfassungswidrig erklärt würden.

          Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten überprüft derzeit die Rechtmäßigkeit von Hinrichtungen durch Giftspritzen. Konkret geht es darum, ob diese Hinrichtungsmethode mit dem in der Verfassung verankerten Verbot grausamer und ungewöhnlicher Bestrafung vereinbar ist. Eine Reihe von qualvollen Hinrichtungen hatte zuletzt eine Debatte über die verwendeten Giftcocktails ausgelöst.

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