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Terror in San Bernardino : Farooks Familie wusste von Waffenbesitz

  • Aktualisiert am

Tashfeen Malik (links) und ihr Ehemann Syed Farook Bild: AP

Angehörige des Attentäters schöpften trotz eines Arsenals an Waffen und Munition keinen Verdacht. Seine Frau blieb der Familie fremd. Die Männer sahen niemals ihr Gesicht.

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          Die Angehörigen des Attentäters in San Bernardino wussten nach Angaben ihrer Anwälte zwar von Syed Farooks Waffenbesitz, hatten aber keine Erkenntnisse über angebliche Verbindungen zu Terrorgruppen. Sie hätten keinerlei Anzeichen für „extremistische Ansichten“ von Farook gesehen, sagte Anwalt David Chesley in Kalifornien. Die Familie, darunter zwei Schwestern und der Bruder von Farook, seien von der Bluttat total schockiert. Die Familie und die Anwälte würden eng mit der Bundespolizei FBI kooperieren.

          Die Waffen und die große Menge an Munition im Besitz Farooks haben bei seiner Familie offenbar keine Bedenken ausgelöst. „Ich als Waffenbesitzer habe selbst zwischen 4000 und 5000 Schuss Munition zu Hause“, sagte Chesley. „Der Grund, warum wir sie in Massen kaufen, ist, dass es dann billiger ist.“

          „Kein Hinweis auf Terrorzelle“

          Farook, ein pakistanischstämmiger Bürger der Vereinigten Staaten, hatte am Mittwoch nach Polizeiangaben gemeinsam mit seiner Ehefrau Tashfeen Malik die Weihnachtsfeier seines städtischen Arbeitgebers in San Bernardino bei Los Angeles gestürmt. Das Paar erschoss 14 Menschen und verletzte 21 weitere, bevor es von der Polizei erschossen wurde.

          Das Ehepaar führte nach Angaben der Anwälte ihrer Familie ein unauffälliges Leben. Farook und Malik hätten mit ihrer kleinen Tochter und Farooks Mutter ruhig und zurückgezogen in einem Haus gelebt, sagte Chesley. „Es gibt keinen Hinweis darauf, dass die mutmaßlichen Schützen zu einer größeren Organisation oder einer Terrorzelle gehören“, so der Anwalt.

          Die Bundespolizei FBI habe am Donnerstag Verwandte des Paares vier Stunden lang verhört, um nach Verbindungen zu Extremistengruppen zu suchen. „Wenn es irgendetwas Bemerkenswertes an dieser Befragung gibt, dann, dass zur Enttäuschung des FBI keine Verbindungen zu Extremistengruppen hergestellt werden konnten“, sagte Chesley. Das FBI hatte am Freitag die Schießerei als „Terrorakt“ eingestuft und zugleich mitgeteilt, dass es keine Hinweise darauf gebe, dass die Attentäter zu einer größeren Gruppe gehörten.

          Die aus Pakistan stammende Malik, die Farook 2013 in einer Internet-Partnerbörse kennenlernte und im folgenden Jahr in Saudi-Arabien heiratete, sei traditionell und strenggläubig gewesen, sagte Chesley. „Wir haben sehr wenige Informationen über sie.“ Der Anwalt beschrieb die 27-Jährige als „typische Hausfrau“. Nach Berichten mehrerer Medien soll Malik dem IS mit Beginn der Attacke in einem Facebook-Beitrag die Gefolgschaft versprochen haben.

          Motive weiter unklar

          Sein Kollege Mohammad Abuershaid sagte, wenige Menschen hätten Kontakt zu Malik gehabt. „Nur die Frauen sprachen mit ihr, Farook wollte nicht, dass jemand anderes mit ihr spricht.“ Wenn Verwandte zu Besuch kamen, saßen Frauen und Männer in getrennten Räumen, wie Abuershaid weiter sagte. „Das ist ein sehr traditionelles Verhalten. Die Männer haben also nichts mit ihr zu tun gehabt.“ Die Männer aus der Familie hätten nie Maliks Gesicht gesehen, weil sie einen Gesichtsschleier trug.

          Chesley warnte vor „voreiligen Rückschlüssen“ auf die Hintergründe des Massakers mit 14 Toten. Die Motive der Schützen seien derzeit „sehr unklar“, sagte der Anwalt. Es könne um einen Streit am Arbeitsplatz gegangen sein. Nach Angaben der Familie habe Farook erzählt, er sei wegen seines langen Bartes von Kollegen gehänselt worden.

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